Aachen - Allgäu-Orient-Rallye: „Aachener Wüstenschleifer” dabei

Allgäu-Orient-Rallye: „Aachener Wüstenschleifer” dabei

Von: Anja Klingbeil
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Am Freitag, 30. April, Punkt 8.08 Uhr geht es los: Dann starten Steffen Buchholz (v.l.), Andreas Roderburg, Dominik Schlütter, Patrick Hacker, Stefan Tönissen und Markus Weiß alias „Die Wüstenschleifer” bei der Allgäu-Orient-Rallye. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein bisschen verrückt? Vielleicht. Das ist in diesem Fall allerdings ganz positiv zu sehen. Immerhin geht es um den guten Zweck. Und um ein echtes Kamel. Das ist der Preis für das Sieger-Team der Allgäu-Orient-Rallye 2010, der ultimativen Antwort auf Paris-Dakar.

Mit dabei sind die „Aachener Wüstenschleifer”. So haben sich Markus Weiß, Steffen Buchholz, Dominik Schlütter, Patrick Hacker, Stefan Tönissen und Andreas Roderburg selbst getauft. „Wüste wollten wir auf jeden Fall im Namen haben. Und Schleifer bot sich auch irgendwie an, weil einige von uns damit zu tun haben hier im Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen”, sagt der Maschinenbauingenieur Steffen Buchholz.

Seit sechs Monaten bereits laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Der Gedanke, daran teilzunehmen, kam uns am 1. Mai”, erzählt Markus Weiß. Zu viel Maibowle etwa? „Nein, eher Weißbier”, sagt Steffen Buchholz und lacht. Vier weitere Teammitglieder waren schnell gefunden.

Dann mussten passende Autos her: Mindestens 20 Jahre sollen diese auf dem Buckel haben oder nicht mehr als 1111,11 Euro wert sein. Das wollen die Statuten so. Aus gutem Grund: Denn aus Amman, dem Ziel der Allgäu-Orient-Rallye, werden die Wagen nicht wieder zurückkehren. Erreichen sie die Hauptstadt des Königreiches Jordanien, werden sie - vom Motor bis zum Auspuff -Êversteigert. Der Erlös fließt dann in Hilfsprojekte direkt vor Ort, die Kinder und Familien unterstützen.

„Deshalb wollten wir eigentlich drei Mercedes haben, um die Rallye zu fahren”, erzählt Patrick Hacker. Denn Ersatzteile aus den Autos mit dem Stern sind bei den Scheichs besonders heiß begehrt. Allerdings auch bei den anderen Teams. Deswegen sitzen die sechs Aachener nun in drei betagten Audi 80.

Die haben bereits das typische Rennwagen-Design und sind mit der Startnummer verziert. „Wir haben die 2”, sagt Steffen Buchholz, „da waren wir ein wenig zu langsam bei der Anmeldung”, fügt er lachend hinzu. Insgesamt 100 Mannschaften haben sich angemeldet. Darunter auch Teams aus Österreich und der Türkei. Aber 90 Prozent der Teilnehmer kommen aus Deutschland.

Karte statt Navigationsgerät

Tipps haben sich die „Wüstenschleifer” von den Aachener Teilnehmern des vergangenen Jahres geholt. Die haben es damals immerhin auf den vierten Platz geschafft. Zwölf Tage geht die Fahrt von Oberstaufen im Allgäu nach Jordanien. Auf Schnelligkeit kommt es da allerdings eher weniger an. Teamgeist, soziales Engagement und interkulturelle Kommunikation stehen bei der Rallye im Vordergrund.

Und so etwas wie ein kleines Abenteuer. Denn moderne Hilfsmittel wie etwa ein Navigationsgerät sind streng verboten. Und so wird sich der Beifahrer ums Kartenlesen kümmern müssen. Aber so akribisch, wie sich das Aachener Team seit mittlerweile sechs Monaten vorbereitet, werden sie sich auf den 6000 Kilometern sicher nicht verfahren.

„Immer schön die Küste entlang”, sagt Stefan Tönissen. Schließlich wollen die „Aachener Wüsterschleifer” ja auch ein wenig die Landschaft genießen. „Nachmittags an den Strand zu gehen, das muss dann schon drin sein”, fügt Steffen Buchholz hinzu. Die Sonnencreme ist also ganz sicher mit im Gepäck. Ebenso wie Grill, Zelt und Schlafsack. Für die Übernachtungen dürfen die Teilnehmer nämlich nicht mehr als 100 Euro pro Person ausgeben. „Wir werden also nicht häufig ins Hotel gehen können und müssen auch gucken, ob wir andere Übernachtungsmöglichkeiten finden”, erklärt Patrick Hacker.

Andere Kulturen und interessante Menschen will das Aachener Team auf seiner abenteuerlichen Fahrt kennenlernen. Und den jordanischen König, den Schirmherrn der Wohltätigkeitsrallye, sowie die Prinzessin, die die Siegerehrung vornimmt. Das ist ihr Ansporn.

Und das Kamel. „Bei dem Aufwand, den wir betreiben, müssen wir doch einfach gewinnen. Wir fahren fürs Kamel”, sagt Markus Weiß. Es heißt also Daumen drücken.

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