Aachen - Alleenring wird fit gemacht für Radfahrer

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Alleenring wird fit gemacht für Radfahrer

Von: Christopher Gerards
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Am Marschiertor ist der Schutz
Am Marschiertor ist der Schutzstreifen für Radfahrer bereits angelegt - und wird auch eifrig genutzt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Aachens Bürger sollen endlich aufs Rad abfahren - das wünscht sich die Stadt und bringt diverse Radfahr-Projekte ins Rollen. Deshalb lässt sie in diesem Jahr wieder reichlich pinseln und baggern.

Ab diesem Sommer ganz oben auf dem städtischen Programm: der fünf Kilometer lange Alleenring um Wilhelmstraße, Römerstraße und Co. Grund: Fast jeder zweite Aachener Radfahrer fühlt sich heute im Stadtverkehr nicht sicher, wie eine Mobilitätserhebung 2011 ergab. Das will die Stadt ändern. Die 600.000 Euro teure Alleen-Umgestaltung und weitere Maßnahmen (70 Prozent der Kosten zahlt das Land) sollen noch mehr Zweirad-Piloten auf die Aachener Asphaltpisten locken.

Schweißtreibende Gipfelchen

Und das, obwohl Baudezernentin Gisela Nacken neben der Sicherheit ein zweites Problem ausgemacht hat: „Aachen ist nicht die typische Radfahrstadt.” Denn auch die innerstädtischen Gipfelchen machen den Pedal-Tretern zu schaffen. Nacken und Mitstreiter sehen das aber pragmatisch, bevorzugen Schweiß-Emissionen statt CO2-Emissionen: „Das Fahrradfahren hilft, die Luftqualität zu verbessern. Daher ist unser Ziel, die Aufteilung der Wahl der Verkehrsmittel zu verschieben - in Richtung der Fahrräder.”

Das Fahrrad steht laut der Mobilitätserhebung von 2011 in dieser Kategorie bei nur elf Prozent, der Pkw trumpft auf mit 41 Prozent. Doch, so hofft Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement, in den nächsten fünf Jahren könnte der Drahtesel um zwei bis drei Prozentpunkte zulegen. Grund zur Hoffnung gibt die Statistik: Mehr als 130.000 Drahtesel gibt es schon in Aachen.

Und auch wenn die Hügelchen nicht einfach platt gemacht werden können - zumindest die Sicherheitsbedenken wollen Verwaltung und Politik ausräumen: Im letzten Jahr wurde die Umgestaltung des Grabenrings begonnen, Pro-Fahrrad-Kampagnen wurden ins Leben gerufen, und in diesem Sommer steht die Umgestaltung des Alleenrings an. Das hat der Mobilitätsausschuss Ende April einstimmig beschlossen.

Geplant ist, den Alleenring mit sogenannten Schutzstreifen auszustatten. Denn anders als der klassische Radweg (Auslaufmodell seit den jüngsten Gesetzesänderungen) verläuft der Schutzstreifen auf der Straße selbst und nicht direkt neben dem Gehweg. Das habe deutlich weniger Unfälle zur Folge. Denn manche Autofahrer übersehen beim Abbiegen den Zweirad-Piloten im Gehweg-Abseits, erläutern die Planer. Im Bedarfsfall kann der Autofahrer den Schutzstreifen übrigens auch nutzen - vorausgesetzt, der Radfahrer leidet nicht drunter.

Neben dem Alleenring soll laut „Maßnahmeplan Radverkehr” ab 2013 das Ostviertel angegangen werden, im laufenden Jahr starteten bereits die Planungen für Hauptverkehrsstraßen wie Jülicher Straße oder Roermonder Straße. So soll die Länge der Radwege in den kommenden Jahren auf mehr als 300 Kilometer steigen.

Die Baumaßnahmen - etwa Bordsteinversetzungen an der Normaluhr - beeinträchtigen zwar den Autoverkehr. „Das knubbelt sich aber nur und ist nicht so massiv und langwierig wie etwa bei Kanalbauarbeiten”, beteuert Wolfgang Sanders, Abteilungsleiter Straßenverkehr. Ferner wolle man bei etwaigen Kanalarbeiten Synergien erzeugen und Radwege gleichzeitig bauen.

Diese Straßen erhalten besondere Radwege

Die Stadt< gibt folgende Maßnahmen zur Umgestaltung an:

Schutzstreifen erhalten in diesem Jahr Erzbergerallee, Salierallee, Neuenhofstraße, Siegelallee (auch 2013), Römerstraße, Zollernstraße, Wilhelmstraße, Schleidener Straße (2013/14) und Lütticher Straße (2013).

Auf der Junkerstraße soll 2012 ein Radfahrstreifen entstehen (für Autofahrer tabu). Außerdem soll der Vennbahnweg mit Rad- und Gehweg bestückt werden: Rothe Erde bis Philipsstraße 2012 und Walheim bis Stadtgrenze 2012/13.

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