Aachen - Alle sieben Stadtbezirke führt die CDU

Alle sieben Stadtbezirke führt die CDU

Von: Georg Dünnwald
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Harmonie in Aachen-Mitte: Es gab eine gemeinsame Kandidatenliste von Christ- und Sozialdemokraten, Grünen und Piraten. Bezirksbürgermeisterin ist nun Marianne Conradt (CDU), ihre Stellvertreter sind Marlies Diepelt (SPD, rechts) und David Hasse von den Grünen. Foto: Ralf Roeger
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Schwarz-grüne Zusammenarbeit: In Richterich ist Marlis Köhne (CDU) Bezirksbürgermeisterin. Ihr zur Seite stehen als Stellvertreter Manfred Kuckelkorn (SPD, links) und Otto-Wilhelm Kuhrt-Lassay (Grüne). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die nächsten sechs Jahre wird Aachen aller Voraussicht nach von einer großen Koalition regiert. Dabei wollen CDU und SPD absolut auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Am Donnerstag Abend werden sie über Personen reden und sich überlegen, bei welchen Ausschüssen sie beim Zugriffsverfahren zupacken. Wahrscheinlich wird es bei den 16 Ratsausschüssen bleiben, die nach d‘Hondt verteilt werden. Demnach stünden Schwarz-Rot elf Ausschussvorsitze zu, den Grünen vier und den Linken einer.

Entscheiden wollen die CDU- und die SPD-Vertreter ebenfalls über die Besetzung der drei Bürgermeisterposten, die zu vergeben sind und deren Inhaber auch in der ersten Ratssitzung der 17. Wahlperiode am nächsten Mittwoch, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Aachener Rathauses gewählt werden. „Es läuft alles bestens“, versichert CDU-Fraktionschef Harald Baal. Das bestätigt der Chef der SPD-Fraktion, Michael Servos. Servos lobt: „Wir reden wirklich auf Augenhöhe, da wird nicht nach eingefahrenen Prozenten geschielt.“

Aufteilung der Dezernate

Klar dürfte sein, dass am Donnerstagabend die Aufteilung der Dezernate zumindest angeschnitten wird. Und auch darüber, wie viele Beigeordnetenstellen demnächst die SPD besetzt, dürfte wohl geredet werden. Bislang ist Manfred Sicking der einzige Wahlbeamte, der aus den Reihen der Sozialdemokraten kommt.

Während also am Donnerstagnachmittag so gut wie alles festgezurrt werden könnte, wurden in den Stadtbezirken schon gestern Abend Nägel mit Köpfen gemacht. Alle sieben Bezirksvertretungen trafen sich zu konstituierenden Sitzungen. Und weil die SPD darauf verzichtet hatte, eigene Bezirksbürgermeisterkandidaten aufzustellen, regieren jetzt in allen Stadtbezirken CDU-Frauen oder -Männer.

Wobei es nicht nur zur schwarz-roten Koalitionen gekommen ist. In Richterich beispielsweise sind CDU und Grüne eine Zusammenarbeit eingegangen, die SPD allerdings wird eng eingebunden. Marlis Köhne (CDU) wurde als Bezirksbürgermeisterin bestätigt. Ihr erster Stellvertreter ist Manfred Kuckelkorn (SPD), der zweite ist der Grüne Otto-Wilhelm Kuhrt-Lassay.

„Allen Parteien in Rich­terich ist es wichtig, dass eine Umgehungsstraße für das Bebauungsgebiet Dell fertig ist, bevor der erste Spatenstich für neuen Wohnraum getätigt wird“, sagt der CDU-Stadtbezirksvorsitzende Holger Brantin. „Also ohne Umgehungsstraße kein neues Wohngebiet. Die Horbacher Straße muss entlastet werden“, fordert Brantin.

Im Stadtbezirk Aachen-Mitte löste gestern Abend Marianne Conradt den Grünen Achim Ferrari an der Spitze des 160 000-Einwohner starken Bezirks ab. Eine gemeinsame Kandidatenliste von CDU, SPD, Grünen und Piraten sorgte für Harmonie. Marianne Conradts Stellvertreter werden Marlies Diepelt (SPD) und David Hasse (Grüne) sein. CDU und SPD bilden in Mitte eine Koalition.

In Kornelimünster/Walheim wurde Ratsherr Jakob von Thenen (CDU) zum Bezirksbürgermeister gewählt. Sein erster Stellvertreter ist Ladislaus Hoffner (SPD), die zweite Stellvertreterin Gretel Opitz (FDP). In dem südlichsten Stadtbezirk schmiedeten Schwarz und Gelb eine Koalition.

Keine Probleme

Keine Probleme sind aus Laurensberg zu vermelden. Christian Krenkel (CDU) wurde wieder zum Bezirksbürgermeister gewählt. Seine Stellvertreter sind Helga Efes (SPD) und Martin Knörzer (Grüne).

Nachfolger des legendären Bezirksbürgermeisters Herbert Henn wurde in Brand Peter Tillmanns (CDU). Seine Stellvertreter sind Doris Müller (SPD) und Klaus Hußmann (Grüne). In Brand arbeiten in den nächsten sechs Jahren CDU und SPD unter Einbeziehung von Grünen und FDP zusammen. In Eilendorf hat sich die stärkste Fraktion, die CDU, für die schwarz-gelbe Variante entschieden. CDU-Frau Elke Eschweiler ist weiterhin Bezirksbürgermeisterin, ihre Stellvertreter sind Rolf Schäfer (SPD) und Peter Koch (FDP).

Dagegen ist der Stadtbezirk Haaren ganz auf Schwarz-Rot eingestellt. Christdemokrat Ferdinand Corsten bleibt dem Stadtbezirk, der auch Verlautenheide umschließt, als Bezirksbürgermeister erhalten. Seine Stellvertreter sind Nathalie Hüllenkremer (SPD) und Eckhard Finsterer (Grüne).

Die SPD stellt in allen Bezirken den ersten Stellvertreter, weil nach dem d‘Hondt‘schen Verfahren die Ämter nach Fraktionsproporz verteilt werden. Die stärkste Fraktion bekommt den Vorsitz, die zweitstärkste den ersten Stellvertreterposten. Listenverbindungen sind dabei möglich gewesen.

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