Alle Hoffnungen ruhen nun auf den Gebäudedächern

Von: Jan Mönch
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Aachen. Wenn alles glatt läuft, wird die Grundschule Forster Linde noch vor Jahresende eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben.

„Die Statik des Gebäudes ist gerade geprüft worden, es kann demnächst losgehen”, kündigt Stawag-Geschäftsführer Frank Brösse an.

Er meint damit nicht nur die Montage auf dem Dach der Schule an der Lintertstraße, sondern ein langfristig ausgelegtes Kooperationsprojekt, das Stadt und Stadtwerke vereinbart haben. Es sieht vor, dass die Stadt ihre Gebäude für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung stellt, um somit ihrem Ziel näherzukommen, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bis 2020 um 40 Prozent zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien um 20 Prozent zu steigern. Vergleichsjahr ist jeweils 1990.

Zwei Drittel dieses Zeitraums sind bereits abgelaufen - die angestrebten Werte sind laut Bau- und Umweltdezernentin Gisela Nacken und Stawag-Vorstand Peter Asmuth jedoch nur etwa zur Hälfte erreicht.

Umso größere Hoffnungen setzt man nun auf die Gebäudedächer. Sobald die Grundschule Forster Linde ausgestattet ist, geht es Anfang nächsten Jahres nahtlos weiter. Nacheinander sollen die Dächer von Luise-Hensel-Realschule, Realschule Alkuinstraße und Gemeinschaftshauptschule Burtscheid mit Photovoltaik-Anlagen versehen werden.

Neben dem Gewinn für die Umwelt sieht Brösse auch einen möglichen „Mehrwert” für den Unterricht. Das Couven-Gymnasium etwa mache seit langem vor, dass die Anlagen sich nicht nur auf ein Dach montieren, sondern auch in den Physik-Unterricht einbauen lassen.

Bei den vier genannten Schulen soll es nicht bleiben. Das Gebäudemanagement prüft, welche Bauten - bei denen es sich nicht um Schulen handeln muss - noch in Frage kommen. „Nicht jedes Dach ist geeignet”, sagt Ulrike Leidinger vom Gebäudemanagement. Manche seien etwa mit Schornsteinen verbaut, teils sei auch der Denkmalschutz zu beachten. Und eingeschossige Bauten, also beispielsweise die meisten Kindergärten, seien wegen ihrer Schattenlagen eher unattraktiv.

Die Kooperationspartner verfolgen mittelfristig das Ziel, zunächst 20 Gebäude in das Programm aufzunehmen. 1,5 Millionen Euro lässt sich die Stawag das Engagement kosten, so Asmuth. Bei prognostizierten 650000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr - die dem Bedarf von 200 vierköpfigen Haushalten entsprächen - werde das Projekt in zehn bis 15 Jahren finanziell rentabel sein.
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