Aachen - Alle finden Platz, aber nicht alle an ihrer Wunschschule

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Alle finden Platz, aber nicht alle an ihrer Wunschschule

Von: Margot Gasper
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Die Anmeldungen für die Grundschulen liegen auf dem Tisch. Bisher sind es nur neun Erstklässler in der Barbarastraße. Symbolbild: imago/MiS

Aachen. Fürs nächste Schuljahr sind erste Weichen gestellt. 1863 Kinder sind an den Aachener Grundschulen angemeldet worden. Die Übersicht der Elternwünsche liegt auf dem Tisch, am 11. Dezember wird das Zahlenwerk dem Schulausschuss vorgestellt. Wie jedes Jahr handelt es sich bei den Daten um eine vorläufige Übersicht, betont Ingeborg Jansen aus der Planungsabteilung der Schulverwaltung.

„Da ist noch Bewegung drin.“ So haben etwa 92 Familien ihr Kind bisher noch gar nicht angemeldet.

Zitterpartie für die Kleinen

Eine Zitterpartie ist die Anmeldephase immer für die kleinen, meist einzügigen Schulen. Manche müssen jedes Jahr aufs Neue fürchten, dass die Anmeldungen nicht ausreichen für eine Eingangsklasse.

Die Zukunft der Grundschule Barbarastraße in Rothe Erde, katholischer Teilstandort der GGS Brühlstraße in Eilendorf, war schon im vergangenen Jahr ungewiss. Viele im Viertel kämpften damals um den Erhalt der Schule. Nun dürften die Zahlen erneut Anlass zur Besorgnis geben. Bis zum 25. November, als die Vorlage für den Schulausschuss geschrieben wurde, lagen erst neun Anmeldungen vor.

Die Grundschule Beeckstraße kommt bislang auf 16 Anmeldungen, die Grundschule Bildchen im Preuswald auf 18. Die Grundschule Feldstaße verzeichnet 17 Anmeldungen. Die Grundschule Horbach wird bereits als katholischer Teilstandort der GGS Rich­terich geführt. 14 Kinder sind bisher dort angemeldet.

Da Eltern die Schule ihres Kindes im Grundsatz frei wählen können, hat die Politik als Steuerungsinstrument die Zügigkeit, also die Höchstzahl der Klassen pro Jahrgang, festgelegt. Allzu groß fallen die Überhänge an einzelnen Schulen diesmal offenbar nicht aus. „Bisher liegt kein Antrag auf Einrichtung einer zusätzlichen Eingangsklasse vor“, sagt Jansen. Sie ist optimistisch: „Wir können alle Kinder unterbringen, allerdings nicht alle an der gewünschten Grundschule.“ Sogar an den Montessorischulen Eilendorf und Reumontstraße gibt es noch Plätze.

Zum zweiten Mal nutzt die Stadt ein weiteres Steuerungsinstrument: Für Schulen in besonders belasteten Vierteln und/oder mit Gemeinsamem Unterricht kann laut Schulgesetz die Klassengröße reduziert werden. 18 Grundschulen kommen in den Genuss.

Die Aufnahmebescheide werden wohl auch diesmal erst im Frühjahr verschickt. Denn über die Aufnahme der Erstklässler kann erst entschieden werden, wenn klar ist, für wie viele Kinder ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf offiziell festgestellt wird und wo sie diese Hilfe bestmöglich erhalten. Nach dem Inklusionsgesetz haben alle Kinder das Recht auf Förderung an einer allgemeinen Schule.

Ebenfalls in der nächsten Sitzung wird der Schulausschuss über die Einrichtung von „Schwerpunktschulen“ beraten. Die Verwaltung schlägt sechs Grundschulen vor, die in diesem Bereich Erfahrung haben und auch entsprechend ausgestattet sind: für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung die GGS Am Höfling und die Montessorischulen Eilendorf und Reumontstraße, für körperliche und motorische Entwicklung die GGS am Am Höfling und die Montessorischule Eilendorf sowie für Hören und Kommunikation die GGS Gut Kullen.

Für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung wird es keine speziellen Schwerpunktschulen geben. „Schülern mit diesen Förderschwerpunkten steht jede Schule offen“, betont Schuldezernentin Susanne Schwier.

Gegenüber dem Vorjahr stellt die Stadt leicht rückläufigen Erstklässlerzahlen fest. „Aber 2016/17 werden die Zahlen nach den Prognosen wieder leicht ansteigen“, sagt Jansen.

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