Radarfallen Blitzen Freisteller

Aleppo-Experte bedauert den Kulturverlust

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
Der Vorsitzende der Gesellscha
Der Vorsitzende der Gesellschaft für Internationaloe Burgenkunde, Bernhard Siepen (rechts), bedauert mit Sohn Michael die Zerstörungen, die der syrische Bürgerkrieg etwa dem Basar von Aleppo beigebracht hat. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Der Kulturverlust tut weh”, sagt Bernhard Siepen, Vorsitzender der Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) Aachen. Er will die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass der Bürgerkrieg in Syrien auch Weltkulturerbestätten der Unesco bedroht.

Laut Siepen sind der Basar von Aleppo und der Crac des Chevaliers zerstört worden. Auch andere Kulturstätten sollen betroffen sein. Für Siepen ist die Zerstörung umso schmerzlicher, als seine Gesellschaft den Bazar von Aleppo und den Crac des Cevaliers vor Jahren im Modell nachgebaut hat. Das Ausmaß der Zerstörung in Syrien sei noch nicht bekannt, sagt Siepen. „Mehr als 1000 Geschäfte des Basars sollen einem Großbrand zum Opfer gefallen sein”, erzählt er. „Und im Innern des Crac sollen sogar Panzer stationiert worden sein.” Doch Informationen gebe es bislang nur durch Berichte im Internet, und das Bildmaterial der Nachrichtensender sei wenig aussagekräftig. Der Verlust der Kulturdenkmäler schmerze ihn tief.

Vor Jahren schon hatte die GIB beschlossen, eine Wanderausstellung unter dem Titel Burgen und Basare der Kreuzfahrerzeit ins Leben zu rufen. Zwei Modelle sollten dabei im Mittelpunkt stehen: ein Ausschnitt aus dem größten Bazar der Welt, dem Basar von Aleppo, und ein Nachbau der Johanniterburg Crac des Chevaliers. Ausgestellt wurden sie erstmals 2005 im Archäologischen Museum in Frankfurt. Danach reiste die Wanderausstellung nach Washington und später nach Bonn ins LVR-Landesmuseum. „Mit den Modellen im Maßstab 1:25 wollten wird den Besuchern den denkmalpflegerischen und historischen Wert des Unesco-Weltkulturerbes näher bringen”, sagt Siepen. Er bedauert, dass die Modelle inzwischen eingelagert sind, weil noch kein dauerhafter Ausstellungsort gefunden wurde.

Die nächste Ausstellung

Was Krieg für Kulturdenkmäler bedeute, habe sich auch 1917 in Coucy in Frankreich gezeigt, sagt Siepen. Hier wurde ein 54 Meter hoher Wohnturm einer Burg gesprengt, die es seiner Meinung nach verdienen würde, in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen zu werden.

Und während er um die verlorenen Kulturdenkmäler trauert, arbeitet er auch schon wieder an der nächsten Ausstellung zum Thema „Pilgerziel Jerusalem - Begegnung zwischen Orient und Okzident”. Auch hier soll es authentische Modelle der Grabeskirche und des Felsendoms geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert