Alemannia, Stadt und Polizei erarbeiten Konzept für den Verein

Von: Holger Richter
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Am Runden Tisch diskutierten Vertreter von Verein, Stadt und Polizei über ein neues Konzept. Das ehemals aufgehobene Fahnenverbot ist wieder in Kraft gesetzt worden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Anfangs waren die Worte, die Donnerstagnachmittag am Runden Tisch gegen Rechts in Sachen Alemannia Aachen geäußert wurden, durchaus deutlich. Am Ende der gut 90-minütigen Diskussion aber stand der gemeinsame Wille, ein Konzept für die Alemannia zu erarbeiten, wie sich der Verein künftig im Umgang mit rechts­extremen Fans verhalten soll.

„Damit ist erstmals die Situation entstanden, dass der Runde Tisch aktiv gestaltet und nicht nur reagiert“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp nach der Sitzung. Das Gremium werde mit fünf Vertretern „sein Wissen und seinen Einsatz einbringen, um gemeinsam mit der Alemannia ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln“, kündigte der OB an.

„Wir brauchen ein solches Konzept“, räumte Heinz Maubach ein. Denn durch die „unglückliche Entscheidung“, das Fahnenverbot für die als rechtsoffen geltende Karlsbande vorübergehend aufzuheben, „haben wir einen erheblichen Imageverlust erlitten“, sagte der Alemannia-Präsident, der gemeinsam mit Geschäftsführer Alexander Mronz und Aufsichtsrat Tim Hammer am Runden Tisch Platz genommen hatte. Maubach wird auch der Gruppe angehören, die seitens der Alemannia an dem Konzept mitarbeiten wird. „Hinzu kommt unsere Fanbetreuung und unser Geschäftsführer Alexander Mronz“, kündigte der Präsident an. Außerdem werde der Verein externe Hilfe bei Angelika Ribler vom Institut für Sportmediation und Konfliktmanagement (Hanau) einholen. Die ausgebildete Sportmediatorin und Gewinnerin des Julius-Hirsch-Ehrenpreises des Deutsche Fußball-Bundes (DFB) solle ebenfalls für die Alemannia an dem Konzept mitarbeiten.

Ebenfalls in die Arbeitsgruppe einbezogen wird auch die Aachener Polizei, zu der die Alemannia bereits im Vorfeld der gestrigen Sitzung den Kontakt gesucht hatte.

Die Klubvertreter waren zu dem Runden Tisch eingeladen worden, nachdem Geschäftsführer Mronz das Fahnenverbot für die Karlsbande im September zunächst aufgehoben hatte, später hat er zudem ein angeblich provokantes Anti-Nazi-Banner, das Uerdinger Fans auf dem Tivoli gezeigt hatten, entfernen lassen. Polizeipräsident Dirk Weinspach hatte seinerzeit das Verhalten von Mronz als „falsches Signal zur falschen Zeit“ kritisiert. Nach erneuten Zwischenfällen durch Mitglieder der Karlsbande ist das Fahnenverbot inzwischen wieder in Kraft gesetzt worden.

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