Alemannia-Rettung: Rat will Sicherheiten

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Alemannia
Der Countdown läuft: Am Mittwoch wird hinter verschlossenen Türen über die Zukunft von Alemannia Aachen entschieden. Im Rathaus berät der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung darüber, ob die Stadt Aachen dem finanziell angeschlagenen Zweitligisten bei der dringend benötigten Umschuldung hilft.

Aachen. Die Zeit drängt: Während Oberbürgermeister Marcel Philipp und Kämmerin Annekathrin Grehling weiter an Alemannias Rettungspaket schnüren, diskutiert die schwarz-grüne Ratsmehrheit über Sicherheiten für die Stadt im Fall der Fälle, sprich Abstieg des Fußball-Zweitligisten samt Versteigerung des Tivoli.

Laut OB sollen die 44 Millionen Euro Belastungen für das Stadion auf drei Gruppen aufgeteilt werden: 18 Millionen Euro für die Aachen-Münchener-Versicherung (AM) als Hauptdarlehensgeber, 18 Millionen Euro für die Stadt und acht Millionen Euro für die Alemannia, die möglicherweise einen privaten Investor mit ins Boot nimmt.

Dabei gibt die Stadt der Alemannia nicht einfach 18 Millionen Euro. Vielmehr nimmt sie über eine noch zu gründende Gesellschaft bei einem Kreditinstitut ein Darlehen zu kommunalen Zinsen auf und reicht das an die Alemannia weiter. Mehr könne, so Philipp, die Stadt nicht tun. Schließlich muss sie ihren Haushalt gegenüber dem Innenministerium und der Bezirksregierung verantworten.

In der CDU ist die Diskussion offen, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. „Wir warten ab, was uns der OB letztendlich vorlegt”, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal. Er könnte sich vorstellen, dass das Rettungspaket von den zwei großen Fraktionen, also CDU und SPD, im Rat getragen wird. „Ob aber die Verwaltungsvorlage dann auch zustimmungsfähig ist, hängt von vielen Details ab”, betont Baal: „Je besser die Absicherung für die Stadt ist, desto leichter wird dem Rat die Zustimmung fallen. Am Ende darf nicht einer der Dumme sein.”

Gleichmäßige Verteilung

Ähnlich äußern sich auch die Grünen: „Eine Mehrheit im Stadtrat ist nicht sicher. Stadionfinanzierung und Profisport sind keine originär städtischen Aufgaben. Die Entscheidung, ob die Stadt der Alemannia mit einem Millionenkredit unter die Arme greifen soll, ist in unserer Fraktion völlig offen”, sagt Sprecherin Ulla Griepentrog. „Für eine Zustimmung braucht der Rat auf jeden Fall eine gewisse Absicherung des Kredits und eine gleichmäßige Verteilung der Risiken unter allen Beteiligten. Wenn die Gefahr besteht, dass die Stadt am Ende als einzige blanko da steht, dann sollte man es lieber lassen.” Das heißt konkret: Sollte es zu einem „Katastrohenszenario” kommen, müssten bei einer Zwangsversteigerung des Stadions wenigstens zehn Millionen Euro etwa per Grundbucheintrag in die Stadtkasse fließen. Dieser aus Sicht der Ratsmehrheit wichtige Punkt muss nun noch mit AM und Alemannia geklärt werden.

Die Zeit drängt: Am 7. März fällt der Rat die Entscheidung über die wirtschaftliche Zukunft des Zweitligisten. 27 Tage bleiben für den OB und die Kämmerin noch, das Paket fertigzustellen.
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