Dickens Kino Freisteller

Alemannia: Ob es ruhig bleibt, hängt vom Spiel ab

Von: Holger Richter und Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Womoglich zum vorläufig letzt
Womoglich zum vorläufig letzten Mal pilgern am Sonntag die Alemannia-Fans zu einem Zweitliga-Spiel zum Tivoli. Der Verein rechnet mit etwa 20 000 Zuschauern, davon werden bis zu 3000 aus Karlsruhe erwartet. Karten gibt es also noch an den Tageskassen. Foto: Imago/Ulmer/Cremer

Aachen. Die letzten Wunden, die die Frankfurter Anhänger am vergangenen Montag auf dem Tivoli geschlagen haben, werden auch am morgigen Sonntag noch im Stadion zu erkennen sein. Das Tor sei zwar wieder aufgebaut und der Rasen geflickt, berichtet Alemannia-Sprecher Thorsten Pracht: „Im unteren Bereich der Nordtribüne werden wir nicht alle Sitzschalen ersetzen können. Diese Bereiche werden gesperrt.”

Davon, dass beim womöglich vorerst letzten Zweitliga-Heimspiel der Alemannia morgen um 13.30 Uhr gegen den Karlsruher SC neue Wunden hinzukommen könnten, geht die Alemannia nicht aus. Die Reaktionen der Aachener Fans auf einen möglichen Abstieg könne man nicht vorhersehen, so Pracht, „aber die Zahl der Ordner wird genau so hoch sein wie beim Spiel gegen Frankfurt, obwohl wir weniger Zuschauer erwarten”. Der Verein rechne mit rund 20 000 Zuschauern, aus Karlsruhe werden 2500 bis 3000 erwartet, so der Pressesprecher.

Mehr Beamte im Einsatz

Die Aachener Polizei stellt sich indes mit einem erhöhten Personalaufwand auf mögliche gewalttätige Auseinandersetzungen ein. Polizeisprecher Karl-Johannes Völker begründet das auf Anfrage der „Nachrichten” mit der sportlichen Situation beider Vereine im Abstiegskampf. „Um im Falle einer Niederlage auch Aachener Fans von möglichen Frustreaktionen abzuhalten, wird die Polizei vor dem Spiel offensiv auf die Fan-gruppierungen zugehen, um sie auf ein faires Verhalten einzuschwören”, sagt Völker. Und natürlich werde man sie auch auf mögliche Konsequenzen hinweisen, wenn sie sich nicht so verhalten.

Aktion gegen Kraemer

„Ob es nach der Partie ruhig bleibt, hängt maßgeblich vom Spielverlauf ab”, ist Kristina Walther, Leiterin des Aachener Fanprojekts, überzeugt. Wichtig sei, dass „die elf Jungs auf dem Platz ein interessantes Spiel abliefern”. Und davon geht Walther aus: „Ich bin optimistisch, die Hoffnung stirbt zuletzt.” Dass sich die Aachener Fans beim letzten Heimspiel der Saison noch einmal in die Haare bekommen, glaubt die Sozialarbeiterin nicht: „Alle hoffen noch auf den Klassenerhalt und alle werden die Alemannia anfeuern.”

Weniger gelungen findet Walther die über das soziale Netzwerk Facebook gerichteten - zum Teil deutlich unter die Gürtellinie gehenden - Angriffe gegen Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Mehr als 2000 Mitglieder fordern in der Gruppe namens „Krämer raus!” die sofortige Entlassung des Alemannia-Verantwortlichen. Außerdem ist dort die Rede von einer geplanten Plakataktion gegen Kraemer am Sonntag auf dem Tivoli.

„Ich finde es schade, wenn Personen persönlich angegriffen werden und sich nicht wehren können. Bei Facebook fehlt die differenzierte Auseinandersetzung”, sagt Walther. Das alles sei ihr zu wenig perspektivisch, es sei nur „Dampf ablassen in einer Einbahnstraße”. Man könne für oder gegen Kraemer sein, „aber er kann wirklich nichts dafür, dass wir vielleicht absteigen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.