Alemannia: Einen „verlorenen Zuschuss” wird es nicht geben

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Auch nach einer mehrstündigen Krisensitzung zur Lage der Alemannia ist nicht abschließend geklärt, ob und in welcher Form die Stadt dem in argen Geldnöten steckenden Fußballzweitligisten helfen wird.

Deutlich länger als zunächst geplant befassten sich Donnerstagabend im Rathaus Oberbürgermeister Marcel Philipp, Kämmerin Annekathrin Grehling und die Spitzen der fünf Ratsfraktionen mit der Lage des Proficlubs. Zentrale Aussage zu vorgerückter Stunde: Es wird auf keinen Fall „einen verlorenen Zuschuss” für die Alemannia geben.

Direkt äußern wollte sich nach Ende der Sitzung keiner der Beteiligten mehr. Eine knappe Stellungnahme überließen sie dem Pressesprecher Hans Poth. In seiner Mitteilung heißt es, dass ein „weitgehend geprüftes” Sanierungskonzept für die Alemannia vorliegt. Dies enthalte „aber noch offene Fragen, die in einem weiteren Gespräch am kommenden Samstag unter Beteiligung der Spitzen des Vereins geklärt werden sollen”.

Wie berichtet, erwägt die Stadt eine millionenschwere Bürgschaft, um dem klammen Verein zu helfen, der sich beim Bau des neuen Tivoli an der Krefelder Straße schwer verhoben hat. Aktuell fehlen laut Aussage von Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer gut drei Millionen Euro sowie weitere 2,5 Millionen Euro für Trainingsplätze und Nebenbauten.

In der Runde, die wegen der äußerst komplizierten Materie mehr als drei Stunden zusammensaß, wurde den Politikern aller Fraktionen deutlich, dass Wohl und Wehe der Alemannia von der städtischen Unterstützung abhängen. Die Entscheidung darüber, ob die Liquiditätsprobleme gelöst werden können, fällt somit am kommenden Mittwoch im Rat. Die Teilnehmer signalisierten, dass die Lage der Alemannia sehr ernst sei und dass man ebenso ernsthaft an einer Lösung interessiert sei.

Viele Vorbehalte

Dennoch herrscht weitgehend Ungewissheit darüber, ob sich eine Mehrheit zur Unterstützung des Vereins findet, denn in allen Fraktionen gibt es auch große Vorbehalte. Hinzu kommt, dass jede Entscheidung über eine städtische Hilfe auch der Zustimmung des Regierungspräsidenten bedarf.

Schon am Freitag also werden die Fraktionsspitzen und der Oberbürgermeister gegen 14 Uhr erneut im Rathaus zusammenkommen. Erweitert wird die Runde dann um die Riege der Alemannia-Vertreter. Präsident, Geschäftsführer und Aufsichtsrat werden ihre Lage schonungslos darlegen und die Dringlichkeit belegen müssen. Über den Stand der Dinge werden die Fraktionen am Montag informiert, bis dahin soll auch eine Beschlussvorlage der Verwaltung ausgearbeitet sein. Der Rat der Stadt entscheidet am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung.
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