Alemannia: Droht nun auch dem Mutterverein das Ende?

Von: Gerald Eimer
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Tivoli
Der Kölmel-Prozess könnte das Schicksal des Traditionsklubs TSV Alemannia Aachen 1900 e.V. besiegeln. Foto: dpa

Aachen. Eben erst hat die Fan-IG eine Alemannia-Rettungsaktion ins Leben gerufen, da kursieren bereits konkrete Untergangsszenarien für den Traditionsverein. Schon am Dienstag könnte das Schicksal des TSV Alemannia Aachen 1900 e.V. besiegelt werden. Mehrere Mitglieder um den Ex-Präsidenten Horst Heinrichs erwarten für diesen Tag die Urteilsverkündung im Kölmel-Prozess.

In einer am Freitag versandten Pressemitteilung zeigten sich Heinrichs und seine Mitstreiter Hans-Dieter Schaffrath, Ralf Bündgen und Klaus Offergeld bereits überzeugt, den „wahren Grund“ für die noch immer nicht einberufene Jahreshauptversammlung des Vereins zu kennen: Alemannia Aachen rechne demnach mit einer Verurteilung zur Zahlung von mehr als einer Million Euro an den Rechtehändler Michael Kölmel. Damit wäre auch die Insolvenz des Muttervereins nicht mehr abzuwenden.

Laut Heinrichs & Co. werde bereits die Auflösung des Vereins erwogen, parallel dazu solle ein neuer Verein gegründet werden. Das jetzige Präsidium spiele auf Zeit und wolle Fans, Mitglieder und Öffentlichkeit über die „wahren Absichten“ täuschen.

Vizepräsident Helmut Kutsch zeigte sich gestern verärgert über die Pressemitteilung seiner Opponenten. Weder rechne er schon am Dienstag mit einer Urteilsverkündung, noch gebe es bereits Auflösungspläne für den Verein, betonte er. Zudem stehe man noch mit Kölmel in Verhandlungen. Der Ausgang sei ungewiss. „Ich weiß nicht, was passiert und äußere mich auch nicht dazu“, sagt Kutsch, „alles andere ist viel zu brisant und reine Spekulation.“

Satzung gebrochen

Damit jedoch will sich die Gruppe um Heinrichs und Schaffrath nicht zufrieden geben. Sie liegen mit dem Präsidium ohnehin über Kreuz, da die Jahreshauptversammlung nicht wie vorgeschrieben im ersten Halbjahr terminiert wurde. Von einem klaren Satzungsbruch spricht Schaffrath, inzwischen sind auch Anwälte mit der Sache befasst. „Wieso werden keine Fragen beantwortet? Hat da jemand etwas zu verbergen?“, will die Gruppe „besorgter Alemannen“ wissen, die nun ein weiteres Ultimatum bis Montag gesetzt hat, um mehr über die aktuelle Lage zu erfahren.

„In einer solchen Situation den Mitgliedern und Fans nicht sofort reinen Wein einzuschenken, ist nicht mehr akzeptabel“, schreiben sie. Denn sollte der Verein tatsächlich aufgelöst werden, würden mehr als 1000 aktive Jugend- und Breitensportler ihre Heimat verlieren. Und die einst so glorreichen Vorzeigefußballer würden nicht mal mehr in Liga 4 antreten können...

So könnte Alemannia Aachen einer weiteren bitteren Woche entgegengehen. Auch die Politik wird sich am Mittwoch wieder mit der Situation am Tivoli befassen: Der Rat wird 2,1 Millionen Euro freigeben müssen, die eigentlich für die Rückzahlung der in diesem Jahr fälligen Fan-Anleihe gedacht waren. Das Geld fließt nun in die Insolvenzmasse der beiden Vereinstöchter Alemannia Aachen GmbH und Alemannia Aachen Stadion GmbH.

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