Aachen - Akute Parknot in der City

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Akute Parknot in der City

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Mir wird etwas schlecht bei dem Gedanken, wo ich in Zukunft noch parken soll.” In einem Hilferuf an das Bürgerforum schilderte ein Bewohner der Innenstadt seine Parknöte.

20 bis 30 Minuten müsse er abends „rumkurven” auf der Suche nach einem Parkplatz.

Der geplagte Mann wohnt am Münsterplatz. Mit seinem Anwohnerparkausweis habe er in der Parkzone G/L in den vergangenen Jahren „ohne große Probleme” parken können. Seit einiger Zeit aber fielen immer mehr Stellplätze in der Innenstadt weg - durch Umbauten etwa rund um den Elisengarten und geplant wohl auch einmal am Klosterplatz. „Gibt es da ein Konzept”, fragte der gestresste Autobesitzer, „um den Anwohnern auch in Zukunft die Möglichkeit zu bieten, ausreichend Parkplätze mit Anwohnerschein zu finden”?

Die Zahlen, die die Verwaltung im Bürgerforum anführte, belegen den vom Bürger beklagten Engpass. In der Parkzone G/L stehen 950 Parkstände im Bereich der öffentlichen Verkehrsfläche zur Verfügung. 18 davon sind für Schwerbehinderte und 76 für den Liefer- und Ladeverkehr reserviert. Aber: Dem gegenüber stehen 1341 gültige Bewohnerparkausweise.

Es gibt also deutlich mehr Parkplatzsucher als Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Verwaltung verwies aber auch auf das „von den zuständigen politischen Gremien beschlossene Innenstadtkonzept”. Das fordert ganz klar eine „Reduzierung des Parkangebots im öffentlichen Straßenraum” - zum Beispiel aufgrund der Erweiterung des Elisengartens, der Fußgängerzone Ursulinerstraße und des Erweiterungsneubaus des Gymnasiums St. Leonhard auf dem ehemaligen Brot-Schneider-Parkplatz an der Prinzenhofstraße.

Engpass und Problem kennen auch die Politiker. Im Bürgerforum sprachen sie von einem „Zielkonflikt”. Einerseits gehe es darum, die Innenstadt noch attraktiver zu machen, andererseits bedeute das aber auch weniger Autos in der Innenstadt. Roland Jahn von den Grünen: „Zudem ist es nicht Aufgabe einer Kommune, für jeden Anwohner einen Parkplatz bereitzustellen.”

Die Stadt ist in der Angelegenheit keineswegs untätig. Um das Parkplatz-Defizit in der Innenstadt vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen auszugleichen, hat sie mit den Betreibern von Parkhäusern einen Sondertarif für Bewohner mit Parkausweis vereinbart.

Der Tarif beträgt monatlich 30 Euro. Die Politiker im Bürgerforum beurteilten das von „sehr attraktiv” bis „extrem günstig”. Der Tarif gilt von montags bis freitags von 17 Uhr bis 9 Uhr des Folgetages, samstags ganztägig sowie sonn- und feiertags ganztägig bis 9 Uhr des Folgetages.

Für die Bewohnerparkzone G/L stehen die Apag-Parkhäuser in der Mostardstraße sowie am Büchel und die Parkhäuser der Sparkasse in der Jesuitenstraße und in der Annastraße zur Verfügung. Diese in der Parkzone G/L liegenden Parkhäuser haben insgesamt eine Kapazität von 2150 Plätzen.

Übereinkunft mit der RWTH

Die Verwaltung wies zudem noch einmal auf eine schon seit Jahren bestehende Übereinkunft mit der RWTH hin. Danach können Bewohner mit dem Bewohnerparkausweis G/L Parkplätze der Hochschule in der Eilfschornsteinstraße, am Augustinerbach und am Kármán-Auditorium zu bestimmten Zeiten benutzen. Es handelt sich immerhin um 70 Plätze.

Montags bis freitags von 7 Uhr bis 19 Uhr dürfen diese Parkplätze allerdings nicht benutzt werden, sie stehen in dieser Zeit ausschließlich Hochschulangehörigen zur Verfügung. An Feiertagen aber darf geparkt werden. Interessenten können sich an die Stadt wenden unter 432-6135 (vormittags, Frau Hahnbück).

Wie sich die Parksituation in der Innenstadt geändert hat und wie vor allem die Ansichten darüber andere geworden sind, machte CDU-Vertreter Hans Herff mit einer humorvollen Randbemerkung am eigenen Beispiel deutlich: „Als ich vor 35 Jahren in den Stadtrat einzog, war ich als junger Mensch vehement dafür, den Katschhof auf alle Zeit als Parkplatz zu erhalten.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert