Aachen - Aktionsplan: Damit sich braunes Gedankengut nicht ausbreitet

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Aktionsplan: Damit sich braunes Gedankengut nicht ausbreitet

Von: gei
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Aachen. Rechte Gewalt und Kriminalität sind kein Phänomen der neuen Bundesländer, sondern gerade auch im Raum Aachen verbreitet. So zählt die Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land” zu den aktivsten „freien Kameradschaften” im Westen, einer ihrer führenden Köpfe steht derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Unvergessen sind der Angriff von Neonazis auf eine antifaschistische Demonstration, die Schändung des jüdischen Friedhofs, rechte Schmierereien, Attacken gegen das Autonome Zentrum und immer wieder Gewalttaten gegen politische Gegner. Nicht zuletzt wurden zwei Aachener Neonazis Anfang des Jahres zu Bewährungsstrafen verurteilt, die einen Sprengstoffanschlag in Berlin vorbereitet hatten.

Um gegenzusteuern, stellt die Bundesregierung für das kommende Jahr 90.000 Euro für Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Aachen bereit, weitere Mittel stehen bis Ende 2013 zur Verfügung. Das Geld aus dem Programm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” soll Initiativen und Vereinen, aber auch Schulen oder Gemeinden zugute kommen, die demokratisches Verhalten stärken und in der politischen Bildung aktiv sind.

VHS und DGB arbeiten seit Mitte des Jahres an einem „Lokalen Aktionsplan Aachen”, kurz LAP Aachen, mit dem nun Einzelprojekte gegen Rechtsextremismus in die Tat umgesetzt werden sollen. „Bislang sind viele gute Ideen an der Finanzierung gescheitert”, sagt Dominik Clemens, einer der beiden LAP-Koordinatoren. Nun sei man „in der komfortablen Situation”, auch „aufwändigere Aktivitäten gegen Rechts” zu realisieren. Gemeinsam mit Winfried Casteel bereitet er derzeit die LAP-Auftaktveranstaltung vor, auf der sich Vertreter der Initiativen und Vereine über die Fördermöglichkeiten informieren, aber auch Projektideen entwickeln können.

Zugleich soll ein Netzwerk „demokratischer Kräfte” geschaffen werden, das Strategien gegen rechtsextreme Tendenzen entwickelt und verhindert, dass sich braunes Gedankengut weiter ausbreitet. Über die Förderfähigkeit der Projekte wird ein Begleitausschuss mitentscheiden, dem Vertreter aller Ratsfraktionen, der großen Religionen, zahlreicher weiterer Verbände und Wissenschaftler angehören.

Zur Infoveranstaltung zum LAP Aachen am Donnerstag, 8. Dezember, von 18 bis 20.30 Uhr im DGB-Haus, Dennewartstraße 17, ist jeder willkommen. Aus organisatorischen Gründen wird jedoch um Anmeldung gebeten, per Mail an toleranz-foerdern@mail.aachen.de oder telefonisch unter 0241/4792111.
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