Aktion gegen die Kinderarbeit

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Aachen. Gewöhnlich freuen sich Verbraucher über niedrige Preise. Wenn diese jedoch, wie beispielsweise in der Spielwaren- oder Bekleidungsindustrie üblich, durch rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiterinnen oder durch Kinderarbeit zu Stande kommen, kann die Freude beim Einkaufen getrübt werden.

Einer der größten Verbraucher in der Region, die Stadt Aachen, will nun per Ratsantrag der Fraktionen von SPD und Grünen eine neue Vergabepraxis beschließen. Diese steht im Zeichen der Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO).

„Künftig sollen demnach bei Ausschreibungen nur noch Produkte und Dienstleistungen Berücksichtigung finden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind oder deren Produzenten und Händler sich aktiv für einen Ausstieg aus der Kinderarbeit einsetzen”, zitiert Dr. Mona Pursey vom Eine Welt Forum Aachen e. V. den Ratsantrag, über den am Mittwoch beraten und entschieden werden soll.

Das Bündnis „FAIRhandel(n)” in Aachen, dem neben dem Eine Welt Forum Aachen e. V., dem Aachener Weltladen, die Menschenrechtsorganisationen FIAN und terre des hommes sowie die Verbraucherzentrale Aachen angehören, begrüßt den Vorstoß zu menschenwürdigeren Produktionsverhältnissen.

„Diese Initiative ist ein Gewinn für alle”, freut sich Fritz Bock vom Aachener Weltladen. „Verbraucher wollen nicht immer nur das Billigste, wie es in der Werbung suggeriert wird. Wer will auf Kosten von zerstörten Kindheiten Geld sparen?” Zudem seien Produkte ohne ausbeuterische Kinderarbeit und fair gehandelte Waren in der Regel von besserer Qualität, ohne dass sie wesentlich teurer sein müssten.

„Die Stadt Aachen hat einen guten Weg eingeschlagen”, stellt auch Dr. Jan Salzmann von terre des hommes fest. „Öffentliche Anschaffungen machen elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Davon werden 44 Prozent von den Kommunen getätigt. Die Macht der Verbraucher kann zu einem Umdenken in der Wirtschaft führen.” Es sei vorbildhaft, so Salzmann weiter, „dass die Lokalpolitik nicht nur von den Bürgern Engagement fordert, sondern selbst mit gutem Beispiel vorangeht.”

Die Palette der betroffenen Produkte sei weit und umfasse beispielsweise, Spielzeug, Fußbälle, Bekleidung, Agrarprodukte, Stein und Teppiche.

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