Aggressives Betteln verärgert an der Elsassstraße

Von: Georg Dünnwald
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Auf Tour durch die Elsassstraße: Mitglieder der Interessengemeinschaft und Mitarbeiter der Behörden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „So übel sieht die Elsassstraße doch gar nicht aus”, ist oft erstaunter Ausruf von Bürgern aus anderen Stadtteilen. Sie meinen damit den eigentlich geringen Leerstand der Ladenlokale und auch die liebevoll renovierten Altbauten.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft jedoch und auch so mancher Anwohner sind da anderer Meinung. Ernst Mommertz, der in der „Hauptstraße” des Ostviertels aufgewachsen ist, moniert, dass Sperrgut im Viertel viel zu früh an die Straße gestellt wird. Was zur Folge habe, „dass der Müll die Straße rauf und runter transportiert wird und noch viel mehr dazukommt”. Mommertz regte an, dass der Stadtbetrieb nicht mehr darum bittet, bis 7 Uhr morgens die ausrangierten Möbel vors Haus zu setzen sondern vielmehr ab 7 Uhr.

Am Dienstagnachmittag trafen sich für die IG Elsassstraße der künftige CDU-Ratsherr Friedrich Beckers, der Apotheker Rolf Lücker, Bernd Müller und Herbert Kuck vom Fachbereich Wirtschaftsförderung, Armin Bergstein vom Ordnungsamt, Andrea Springer-Ranft vom Planungsamt und der fürs Viertel zuständige Polizist, Oberkommissar Ulrich Gerbig, um eine erste Bilanz über die Zustände im Quartier zu ziehen und mögliche Lösungsansätze zu suchen.

Dabei veranschaulichte Andrea Springer-Ranft die Vorzüge des sanft umgestalteten Elsassplatzes. Was sofort Protest hervorrief, vor allem bei türkischstämmigen Geschäftsleuten, denen die „Arbeitslosen, die die ganze Zeit saufend auf den Bänken verbringen”, ein Dorn im Auge sind. Vor allem das angeblich aggressive Betteln um Geld und Zigaretten verärgert Geschäftsleute und Anwohner.

Sowohl Gerbig als auch Bergstein machten deutlich, dass sie nur dann einschreiten können, wenn es zu Drohungen kommt. Bergstein: „Wenn die friedlich da sitzen und trinken, können wir nichts machen.”

Kommentar aus der mehrköpfigen Runde, die sich dann auf den Weg durch die Elsassstraße machte: „Weil die da sitzen, ist auch der Wochenmarkt kaputt. Mittwochs lassen sich nur noch zwei Händler hier blicken.”

In der Elsassstraße zeigten sich türkischstämmige als auch von ihrer Herkunft her deutsche Geschäftsleute besorgt darüber, dass immer weniger deutschstämmige Kaufleute in der kleinen Einkaufsmeile ihre Waren anbieten. Und unisono bemängeln sie, dass die Stadt zu lange den Straßendreck liegen lasse. Und viel zu wenige Papierkörbe vorhanden seien. Papierkörbe, in die auch Zigarettenkippen entsorgt werden können.

Mehr als eine Stunde wurde heiß diskutiert. Herbert Kuck schlug vor, den Weg zu ebnen für eine Immobilien- und Standortgemeinschaft, die auch Verbindliches vorschreiben können. „Wir haben es versucht, die Menschen, dass heißt die Hauseigentümer und die Geschäftsleute, die mitspielen müssen, unter einen Hut zu bekommen. Das klappt nicht”, glaubt Friedrich Beckers.

Jetzt will Bernd Müller die Ergebnisse der Begehung und der Gespräche zusammenfassen. Dann wird man sehen, wie es weitergeht in der Elsassstraße.
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