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Ärger um neue Trainingszeiten

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Bernd Biermann (l.), Handball-Obmann von Schwarz-Rot Aachen, informiert vor der Halle an der Neuköllner Straße die verduzten Kinder und Eltern über die von der Stadt kurzfristig neu angesetzten Trainingszeiten. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Handball-Kinder und ihre Eltern von Schwarz-Rot Aachen sind mächtig sauer. Kurzfristig wurden ihre Hallenzeiten an Nachmittagen gekürzt. Begründung der Stadt: Leistungssport habe immer Vorrang vor Breitensport. „Das sehen wir nicht so“, sagt Schwarz-Rot-Geschäftsführerin Martina Durst.

In diesem Fall haben die nun beim PTSV spielenden Bundesliga-Volleyballerinnen den „Vorrang“ in der Halle Neuköllner Straße vor den Nachwuchs-Handballern von Schwarz-Rot bekommen. Marek Rojko, neuer Trainer der früheren Alemannia-Spielerinnen, hat nämlich die Übungseinheiten für seine Ladies in Black auf 17 Uhr vorgezogen. Volleyball sei schließlich das Aushängeschild der Stadt, habe die Stadt argumentiert, erzählt die engagierte Schwarz-Rote Durst und fährt fort: „Unser Vorsitzender hat während seines Urlaubs einen Anruf vom Sportamt erhalten, in dem er auf erhebliche Kürzungen der Trainingszeiten hingewiesen wurde.“ Dem habe der Verein „natürlich nicht zugestimmt“.

Erst einen Tag vor Trainingsbeginn trudelte bei dem Traditionsklub dann ein Schreiben ein: Die Stadt strich 120 Hallenminuten und verschob die Trainingszeiten auf den frühen Abend. Durst: „Wir können unsere Kleinen doch nicht zwischen 19 und 22 Uhr trainieren lassen.“ Seinerzeit habe Schwarz-Rot den Integrationspreis der Stadt erhalten, „weil wir versuchen die Kinder von der Straße zu holen, und jetzt setzt uns dieselbe Stadt mit den Kindern auf eben diese“. Und so versammelten sich Eltern und Kinder des Handballklubs am Mittwoch Nachmittag vor der Halle und zeigten ihre Entrüstung.

Konstruktive Gespräche

Vor Ort war auch die Sportamtsleiterin Petra Prömpler: „Wir sind tatsächlich in einem Dilemma, wollen aber nicht Leistungssport gegen Kinder oder umgekehrt ausspielen.“ Sie spricht von konstruktiven Gesprächen mit den Schwarz-Roten: „Wir haben den logistischen Aufwand für den Verein unterschätzt.“ Auch seien die neuen Übungszeiten nicht „kindertauglich“.

Als „Testphase“ für die kommende Woche habe sie den Schwarz-Roten nun Trainingsmöglichkeiten in der benachbarten Dreifach-Turnhalle angeboten – zu „den gleichen Zeiten wie früher“.

„Wir werten das Angebot als positives Zeichen, sind aber nach den Vorfällen skeptisch“, sagt Vereinsvertreterin Durst: „Jahrelang haben wir gute Arbeit geleistet mit unseren 21 Mannschaften in der Handballabteilung. Und jetzt werden wir so vor den Kopf gestoßen.“

Dass es zu weiteren Verhandlungen mit der Stadt kommt, hält der ASV Schwarz-Rot für wahrscheinlich. „Wir werden der Stadt unsere Erfahrungen Ende nächster Woche übermitteln.“ Sportamtschefin Prömpler will auch weiter mit dem Verein im Gespräch bleiben, um den Konflikt schnellstmöglich zu lösen. Die neuen Trainingszeiten der Volleyballerinnen bleiben davon jedoch unberührt.

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