Aachen - Adler stellte Antrag auf Massenentlassung

Adler stellte Antrag auf Massenentlassung

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Firma Adler Vertriebs GmbH &Co. Werbegeschenke KG weist zurück, dass - wie von Arbeitnehmern vermutet - die Schließung der Aachener Niederlassung mit 80 Mitarbeitern auf die kurz zuvor erfolgte Betriebsratswahl zurückzuführen ist.

„Die Entscheidung war schon getroffen, bevor wir wussten, dass ein Betriebsrat gewählt wurde. Der zeitliche Zusammenhang ist rein zufällig”, sagt HR (Human Resources) Director Europe ad interim Stefan Grötecke. Die Erwartungen zu den Märkten in den Niederlanden und Belgien hätten sich nicht erfüllt, außerdem sei der Standort Aachen mit relativ hohen Mietkosten belastet, während in Saarbrücken in der Zwischenzeit freie Raumkapazitäten vorhanden seien.

Die Verkaufsmitarbeiter hätten mehrheitlich Änderungskündigungen erhalten, ihnen sei angeboten worden, das Arbeitsverhältnis in Saarbrücken fortzuführen: „Adler bedauert diese für viele Mitarbeiter harte und schmerzliche Entscheidung, die jedoch aus betriebswirtschaftlichen Gründen geboten war und das internationale Geschäft am Standort Deutschland insgesamt weiter stärkt,” sagt Stefan Grötecke, der in Wiesbaden eine Unternehmensberatung betreibt. Adler habe bei der Arbeitsagentur bereits einen Antrag auf Massenentlassung gestellt. Außerdem habe man juristische Schritte gegen die Betriebsratswahl eingeleitet: „Wir sind der Meinung, dass aufgrund massiver Formfehler im kompletten Wahlverfahren kein Betriebsrat zustande gekommen ist.”

Dies sieht das Arbeitnehmergremium anders. Es ist schon zur konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Wahrscheinlich wird sich das Aachener Arbeitsgericht daher mit dieser Frage beschäftigen. Sollte es eine eventuelle Anfechtungsklage von Adler zurückweisen, müssten nach Auskunft der Betriebsrats-Vorsitzenden alle Kündigungen zurückgenommen und Verhandlungen über einen Sozialplan aufgenommen werden. Das Arbeitsplatzangebot in Saarbrücken (200 Kilometer entfernt) werde kaum jemand annehmen - bei einem Fixum von 1000 Euro, das erst durch die Provisionen zu einem vernünftigen Gehalt geführt hätte.
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