Aachen - Adalbertstraße ist ein teures Pflaster

Adalbertstraße ist ein teures Pflaster

Von: Werner Breuer
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Aachen. „Wir haben eine attraktive Innenstadt”, meint Gisela Nacken, „die Werte sprechen dafür.” Mit den Werten meint die Baudezernentin die Zahlen im jetzt vorgelegten Grundstücksmarktbericht für die Stadt Aachen.

Der weist gestiegene Preise in der Aachener City aus, an der oberen Adalbertstraße, zwischen Glaskubus und Kugelbrunnen, ermittelte der Gutachterausschuss einen Richtwert von 8500 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2007 waren es noch 7500 Euro.

Für die untere Adalbertstraße haben die Experten der Landesbehörde diesmal gar keine Zahlen notiert. Dort sorge das Projekt Kaiserplatzgalerie für eine Ausnahmesituation, erklärt Gisela Nacken. Die Grundstücksverkäufe für das geplante Einkaufszentrum seien alle im Jahr 2009 abgewickelt worden, berichtet die Beigeordnete, der Grundstücksmarktbericht stütze sich aber auf die Daten des Jahres 2008.

„Wir bekommen alle Kaufverträge”, erklärt Ludwig Huppertz, der Vorsitzende des Gutachterausschusses, die Verfahrensweise. 2261 Grundstücksgeschäfte im vergangenen Jahr wurden für die Kaufpreissammlung ausgewertet.

Dabei müssen die Fachleute immer allerhand aussortieren. Bei Besitzerwechseln innerhalb der Familie würde häufig nicht der marktübliche Preis festgesetzt, weiß Anton Jünger von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Auch die Stadt holt nicht immer raus, was der Markt hergibt. Die günstigeren Preise, zu denen Grundstücke an Familien mit Kindern abgegeben werden, sollen die Statistik ebenso wenig verfälschen wie mancher Deal, der eher der Wirtschaftsförderung dient.

Die gewissermaßen normalen Verkäufe ergeben dann ein Bild der Lage. Reelle Zahlen seien das, betont Anton Jünger, „wir spekulieren nicht, sondern wir stellen den Markt dar”. Im Falle der Kaiserplatzgalerie aber wäre der Markt eben in Zahlen nicht darstellbar: Angesichts der neuen Entwicklung würden die Werte des Jahres 2008 ein falsches Bild ergeben.

Ganz genau ist das Bild ohnehin nicht immer. Aus Gründen des Datenschutzes schlüsselt der Grundstücksmarkt nämlich nicht detailliert auf, welche Adressen zu welcher Preiskategorie gehören. Käufer oder Verkäufer müssten „bei der Lage immer selbst überlegen”, sagt Ludwig Huppertz. Der Gutachterausschuss unterscheidet zwischen sehr guten Wohnlagen (mit besonderen Vorteilen, überwiegend im Südviertel), guten Lagen (etwa ruhige Lage mit Nähe zum Zentrum), mittlere Lagen (Vor- und Nachteilen halten sich die Waage, entweder liegt das Objekt zentral mit entsprechendem Verkehrslärm oder ruhig und weit draußen), einfache Lagen (etwa mit schlechter Infrastruktur) und sehr einfache Lagen (zum Beispiel in der Nähe von störenden Industrie- oder Gewerbebetrieben).

„75 Prozent des Stadtgebietes sind mittlere Lagen”, erklärt Anton Jünger. Als Top-Lagen gelten etwa der II. Rote-Haag-Weg oder die Nizzaallee, am unteren Ende der fünfstufigen Skala liegt der Eisenbahnweg als sehr einfache Lage.

Den Bericht gibt´s zu kaufen

Wer genauer wissen will, wo die eigene Immobilie oder das anvisierte Kaufobjekt einzusortieren ist, kann sich an die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses wenden. Sie ist zu finden im Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße 20, und telefonisch erreichbar unter den Rufnummern 0241/432-6241 bis -6244, -6246 und 6248. Den Grundstücksmarktbericht gibt es bei der Stadt, er kostet 20 Euro.
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