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Abspecken im Umspannwerk

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Über die Langlebigkeit von Provisorien können die städtischen Sinfoniker mehr als nur ein Lied singen. Seit vielen Jahren hoffen sie, endlich angemessene Proberäume beziehen zu können. Doch immer wieder werden sie vertröstet. Geduld müssen die Orchestermusiker auch jetzt wieder zeigen, denn noch immer haben die Umbauarbeiten im neuen Domizil am Alten Posthof nicht begonnen.

Dort soll bekanntlich das ehemalige Umspannwerk der Stawag zu standesgemäßen Proberäumen umgebaut werden. Auf 2,5 Millionen Euro sind die Umbaukosten gedeckelt. Und genau dies scheint den Planern Probleme zu bereiten, die entsprechende Verzögerungen bei der Umsetzung nach sich ziehen. Immer wieder mussten die ursprünglichen Pläne überarbeitet und abgespeckt werden.

Inzwischen ist klar: Kleinere Konzerte und Veranstaltungen - wie zunächst erwogen - wird es im denkmalgeschützten Umspannwerk nicht geben. Die Auflagen für öffentliche Versammlungen sind bei dem vorgegebenen Kostenrahmen nicht zu erfüllen. Fluchtwege, Klimatisierung und Heizung kämen zu teuer.

Dennoch können sich die Musiker auf eine echte Verbesserung freuen, versichert Udo Rüber, Verwaltungschef des Theaters. Noch hat er Hoffnung, dass der Umzug Mitte nächsten Jahres vonstatten gehen kann. „Zur nächsten Spielzeit wollen wir drin sein”, sagt er. Die unzumutbaren Verhältnisse im Probenprovisorium in der Schwimmhalle Elisabethstraße wären dann endgültig Vergangenheit.

Die ersten Ausschreibungen für den Umbau des Umspannwerks seien jetzt raus, Baubeginn soll spätestens Anfang nächsten Jahres sein, erfuhren die Kulturpolitiker am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung. Bauherr ist das Eurogress, das die Räume nach Fertigstellung an Theater und Musikdirektion weitervermieten wird.

Aachens Kongressveranstalter haben selbst verschärftes Interesse daran, dass die Musiker möglichst schnell die neuen Probenräume beziehen können. Denn dadurch können die Probezeiten im Eurogress vor den Sinfoniekonzerten deutlich verkürzt werden. Das stark gebuchte Haus hätte somit mehr Kapazitäten für das eigentliche Kerngeschäft mit Messen und Kongressen.

Für Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch besteht also noch Hoffnung, vor seinem Weggang nach Nürnberg Mitte 2012 auch in Aachen in ansprechenden Räumen proben zu können.
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