Absolventen der Theaterschule Aachen begeistern in Shakespeares „Der Sturm“

Von: Martina Stöhr
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Einfaches Bühnenbild, wenig Requisiten, schlichte Kostüme: Beim Abschlussstück „Der Sturm“ der Theaterschule Aachen wird die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die Schauspieler gelenkt, und die nutzen ihre Chance. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Hinter dem weißen Vorhang blitzt und donnert es, Menschen schreien. Obwohl der Zuschauer die Geschehnisse nur erahnen kann, spürt er die Verzweiflung der Schiffbrüchigen. Die Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ an der Theaterschule Aachen kommt mit wenigen Requisiten aus.

Eine Unmenge von Umzugskartons, ein weißer Boden, und fertig ist das Bühnenbild. Die Aufmerksamkeit des Publikums bleibt ganz bei den Schauspielern, und genau so ist es gewollt, meint Regisseur Hanfried Schüttler.

Die jungen Nachwuchsschauspieler sollen die Chance bekommen zu zeigen, was sie können. Und damit das besonders gut gelingt, übernehmen sie statt einer gleich mindestens zwei Rollen in Shakespeares Märchen, das laut Schüttler eigentlich für 20 Darsteller gedacht ist.

Große Herausforderung

Das sei eine große Herausforderung, meint Schüttler. Denn nahezu übergangslos von einer in die nächste Rolle zu schlüpfen, erfordert ein hohes Maß an Können. Und auch der Zuschauer muss aufmerksam bleiben, um den Ereignissen folgen zu können: Prospero, der Herzog von Mailand, hatte die Regierungsgeschäfte seinem Bruder Antonio überlassen, um sich intensiv mit magischen Büchern beschäftigen zu können. Vor zwölf Jahren stürzte Antonio seinen Bruder mit Hilfe des Königs von Neapel und setzte ihn zusammen mit seiner Tochter Miranda aus. Als der König und sein Sohn Ferdinand mit ihrem Gefolge – darunter auch Antonio – an der Insel vorbeisegeln will, auf der Prospero und Miranda leben, lässt Prospero das Schiff durch Zauberei stranden. Und genau hier setzt das Bühnenmärchen ein.

Die phantastische Welt voller irrealer Gestalten bietet laut Schüttler die perfekte Bühne, auf der die Nachwuchsschauspieler agieren können. Und das tun sie dann auch voller Leidenschaft und Inbrunst. Schüttler ist mit seinen Schützlingen nach der Premiere vollauf zufrieden. In nur drei Wochen hat er das Stück mit ihnen auf die Bühne gebracht. „Den Text mussten sie aber schon vorher können“, sagt er. „Sonst hätte das in der kurzen Zeit nicht funktioniert.“

Und Text gab es dabei jede Menge zu lernen, schlüpfte doch jeder Darsteller in mehrere Rollen. So war beispielsweise Philip Zee­vaert als Prospero und als Trinculo zu sehen, Xenia Wolfgramm spielte neben Miranda den Sebastian und den Stephano. Dabei trugen die Darsteller immer die gleichen schwarzen Hosen und weißen Hemden. „Jede weitere Kostümierung hätte nur vom Wesentlichen abgelenkt“, meint Schüttler. Er wollte den Fokus auf den Schauspielern sehen. Sie sollten bei ihrem Abschlussstück die perfekte Bühne finden, um zu zeigen, was sie in ihrer vierjährigen Schauspielausbildung an der Theaterschule Aachen gelernt haben. Und dabei nutzte er auch die Chance, Ariel (Diana Margolina) Russisch und Caliban (Belma Turan) Türkisch sprechen zu lassen.

Das Publikum zeigte sich begeistert und dankte mit lang anhaltendem Applaus.

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