Abschleppaktion in der Oppenhoffallee sorgt für Ärger

Von: Achim Kaiser
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Tatort Oppenhoffallee: Anna Bo
Tatort Oppenhoffallee: Anna Boskamp und Lisa Gödde (r.) hatten ihre Wagen am Grünstreifen abgestellt - im temporären Haltverbot. Beide Autos wurden wie 38 andere abgeschleppt. Jürgen Stollewerk hatte die Aktion beobachtet. Ihre Kritik: Miserable Beschilderung. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Anne Boskamp reicht es, sie macht ihrem Unmut Luft. Vor kurzer Zeit konnte sie ihr Auto noch gerade vor dem Abschlepphaken retten. Damals hatte sie ihren Wagen in der Oppenhoffallee im sogenannten „temporären Halteverbot” am Grünstreifen geparkt.

Bei der jüngsten Aktion, am Montag, 1. Oktober, waren wegen Markierungsarbeiten rund 40 falsch abgestellte Pkw abtransportiert worden - und zwar aus dem Bereich der Allee zwischen Schlossstraße und Hasslerstraße stadtauswärts. Ihr Pkw war diesmal dabei. „Die Beschilderung war in beiden Fällen überaus dürftig, vor allem für eine Gegend mit einer so prekären Parksituation,” kritisiert die Anwohnerin.

Die Stadt hatte die Schilder etwa eine Woche vor dem Markierungstermin angebracht, Hinweise darauf waren auch über die Presse veröffentlicht worden. „Das ist alles richtig”, gesteht die Betroffene, aber „können etwa 40 Leute wirklich so blind sein?”, fragt sie. Auf der gesamten Strecke habe es drei fest installierte Masten am Grünstreifen gegeben, an die Klappschilder gesteckt wurden. Boskamp: „Der Abstand zwischen ihnen betrug 80 Meter. Die Schilder waren so hoch angebracht, dass sie beim Aussteigen nicht zu sehen waren, vor allem abends, wenn man mit der Suche nach einer raren Parklücke beschäftigt ist.”

Dem widerspricht die Stadt. Laut Auskunft von Rita Klösges vom städtischen Presseamt habe der Aachener Stadtbetrieb zusätzliche Hinweise an bestehende Schilder angebracht. Außerdem seien auch in beiden Ladezonen mehrere Schilder aufgestellt worden. Sie führt die große Zahl der abgeschleppten Wagen auf den hohen Parkdruck in der Oppenhoffallee zurück. Vielleicht sei der eine oder andere ein Risiko eingegangen. Außerdem, so Klösges, müsse jeder, der einen Wagen auf einer öffentlichen Parkfläche abstellt, „spätestens alle 48 Stunden kontrollieren”, ob sich etwas an der Verkehrssituation geändert habe.

„Rechtlich haben wir keine Chance, aber darum geht es auch nicht”, betont „Sünderin” Boskamp. Sie fragt sich vielmehr, warum es überhaupt zu derartigen großen Abschleppaktionen kommen muss: „Warum kommt denn niemand auf die Idee, die Beschilderung mal zu ändern? Die Stadt nimmt in Kauf, dass den Anwohnern gleich reihenweise nicht unerhebliche Kosten entstehen. Das ist schon sehr ärgerlich!”

Lisa Gödde sieht das ähnlich. Auch ihr Wagen wurde im Laufe des 1. Oktober abtransportiert. „Die Oppenhoffallee war wirklich ganz schlecht beschildert”, sagt sie. Am Samstagabend hatte sie ihren Wagen stadtauswärts am Grünstreifen geparkt, als sie am besagten Montag nach 17 Uhr von der Arbeit kam, war ihr Auto schon abgeschleppt. Das schlug für sie mit 88 Euro Kosten fürs Abschleppen sowie einem Bußgeld in Höhe von 35 Euro zu Buche.

Anwohner Jürgen Stollewerk hatte die ganze Aktion als Fußgänger beobachtet, er besitzt kein Auto. „Vor Monaten hatte es hier schon einmal eine Riesenaufregung gegeben. Da musste Laub gefegt werden und die Stadt hat im ähnlichen Stil abschleppen lassen. Wenn so viele Autos geparkt sind, muss es doch möglich sein, Arbeiten zu verschieben”, sagt er.

Soweit will Anne Boskamp gar nicht gehen. Sie regt an, ein neues Beschilderungskonzept auszuarbeiten: „Wir denken an mehr Schilder, zum Beispiel Klappaufsteller, die einem beim Aussteigen sofort ins Auge fallen.” Da es sich bei den Parkern in erster Linie um Anwohner handele, so Boskamp weiter, „fänden wir auch den Einsatz von Handzetteln angebracht”. Die könnten dann in Briefkästen geworfen oder an Haustüren angebracht werden.

Derzeit hoffen Anne Boskamp, Lisa Göde und einige andere auch zunächst auf „Gnade vor Recht”. Sie haben Einspruch eingelegt und warten ab, wie die Stadt reagiert. Ihr Wunsch: „Es wäre fair, wenn die Stadt die Bußgeldbescheide zurückziehen würde.”
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