Aachen - Abschiedsgeschenk: Ein Schweißgerät für den Chefarzt

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Abschiedsgeschenk: Ein Schweißgerät für den Chefarzt

Von: Werner Czempas
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„Staffelübergabe“: Rolf-Leonhard Haugrund (Geschäftsführer Stiftung Marienhospital, links) und Monsignore Heribert August (Kuratoriumsvorsitzender Stiftung Marienhospital, rechts) verabschiedeten Chefarzt Professor Dr. Emile Paes (2.v.r.) und begrüßten dessen Nachfolger Dr. Gottfried Mommertz. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Marienhospital Aachen übt sich in der „Staffelübergabe“: Nach Klaus-Ulrich Borggrefe, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, im vergangenen März trat nun auch Professor Emile Paes, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, nach 23 Dienstjahren in den Ruhestand. Was einer vielfach übt, gelingt immer leichter: Vor mehr als 200 Gästen in den Kurparkterrassen Burtscheid verabschiedete sich das Marienhospital in einer beeindruckenden Feier von Professor Paes.

In seiner warmherzigen Laudatio verstand es vor allem Monsignore Heribert August, Vorsitzender der Katholischen Stiftung Marienhospital, den beruflichen Werdegang, die Stationen der Karriere und die Persönlichkeit des weit über Aachen hinaus renommierten Chefarztes vortrefflich zu würdigen.

Professor Emile Paes, im niederländischen Munstergeleen geboren, habe mit seinem Einsatz um den Aufbau des Gefäßzentrums Marienhospital „unübersehbare Spuren“ hinterlassen. „Ganz Chef, aber nicht unnahbar, den Mitarbeitern zugewandt, sozial und stets hilfsbereit, fachlich versiert und erfahren“, so Monsignore August.

Brückenbauer

Nicht nur den exzellenten Gefäßchirurgen würdigte Heribert August. Er rühmte auch den „Brückenbauer“ Emile Paes. Brückenbauer „zu jenen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, was sich in einem vielfältigen sozialen Engagement hierzulande zeige „oder in Ihrem geliebten Afrika, wo Sie immer wieder segensreich wirken“. Brückenbauer auch in die Welt der Muse und der schönen Künste.

Als Liebhaber der klassischen Musik setze er seine musikalischen Talente auf der Querflöte zu Geburtstagen, bei diversen Ständchen oder bei Benefizkonzerten ein. Sein manuelles Geschick komme nicht nur in der Medizin, sondern auch als Maler und Bildhauer eindrucksvoll zum Vorschein, wovon zahlreiche anerkannte Ausstellungen beredtes Zeugnis ablegten. Buchstäblich aus Schrott forme Paes aufsehenerregende Skulpturen.

Die handwerklich-künstlerischen Fertigkeiten des mit 65 Jahren nun aus dem Dienst Scheidenden bedachte das Marienhospital mit einem Abschiedsgeschenk der besonderen Art: einem Schweißgerät. Monsignore August schleppte freilich nicht schweres Gerät nebst Gasflasche an, sondern überreichte symbolisch die dazu passende Schutzhaube. Lachend stülpte sich Professor Paes das quittegelbe formschnittige Ding über den Kopf.

Schweißgerät und Haube wird der Ruheständler bestens nutzen können. Professor Paes, der tagtäglich bei welchem Wind und Wetter auch mit dem Fahrrad von seinem Wohnort Vaals nach Burtscheid und zurück radelte, hat sich seit Jahren mit seiner Frau ein altes Bauernhaus in den französischen Pyrenäen als Altersdomizil hergerichtet. „Dank für die Treue zu unserem Haus und unserer Stiftung, Dank für so manches segensreiche Wirken im Großen wie im Kleinen“, schloss August. Die Gäste zollten stehend langanhaltenden Beifall.

Mit der würdevollen Verabschiedung von Professor Emile Paes wurde gleichzeitig der 46-jährige Privatdozent Dr. Gottfried Mommertz als sein Nachfolger feierlich begrüßt.

Der gebürtige Erkelenzer studierte an der RWTH Humanmedizin, bevor ihn seine Karriere über Stationen in rheinischen Krankenhäusern, darunter in Aachen das Luisenhospital und das Universitäts-Klinikum, zuletzt auf die Position des Chefarztes der Klinik für Gefäßmedizin am St.-Marien-Hospital Bonn führte.

Gladiatoren-Leichen

„Und nun sind Sie, lieber Herr Dr. Mommertz, bei uns angekommen, wie schön!“, hieß Monsignore Heribert August den Neuen herzlich willkommen. Das Marienhospital Aachen schätze sich glücklich, für die Nachfolge von Professor Paes „einen derart kompetenten und versierten Gefäßchirurgen“ gewonnen zu haben.

Einer der „Lehrmeister“ von Dr. Mommertz, Professor Michael Jacobs, Ordinarius des Europäischen Gefäßzentrums Aachen-­Maastricht, hielt den Festvortrag. Seinem ernsten Thema „Paradigmenwechsel in der Gefäßchirurgie“ gewann er von der anschaulich geschilderten neugierigen Inspizierung römischer Gladiatoren-Leichen, preiswert, da reichlich anfallend, bis zu den kostspieligen revolutionären Fortschritten der Gefäßchirurgie unserer Tage so heitere Seiten ab, dass ihm die Zuhörer viele Lacher und reichlich Beifall schenkten.

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