Abschied vom lästigen Taxi-Gekrächze

Von: Nadine Preller
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Friedrich Görtz, erster Vorsitzender der Aachener Autodroschkenvereinigung, ist glücklich über die neuen Datenfunksysteme. Ab Dienstag nehmen 132 Taxis Abschied von den alten Sprechfunkanlagen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nostalgie? „Ja bitte, aber dann richtig. Mit Zylinder auf dem Kopf und Pferdekutsche”, stellt Friedrich Görtz klar. Der erste Vorsitzender der Aachener Autodroschkenvereinigung (AAV) erzählt gerne, wie 1922 alles damit begann, was sich heute die größte Taxizentrale Aachens nennen darf.

Von den alten Sprechfunkanlagen aber nimmt Görtz gerne Abschied. „Kein Gekrächze, kein Gekrake, kein ständiges Gelärme mehr,” freut er sich. Ab Dienstag, 11. Januar, seien die „antiken Anlagen” für immer gegessen. Dann schmücken handflächengroße Datenfunkgeräte die Armaturenbretter der gelben Wagen - und die geben keinen Piep von sich.

Ein ausgeklügeltes Navigationssystem zeigt den Taxifahrern jetzt direkt alle Fahraufträge an. Der Umweg über den Funker gehört damit der Vergangenheit an. Und noch mehr: Ein GPS-System leitet den Auftrag jetzt sofort an denjenigen Fahrer weiter, der dem Zielort am nächsten ist.

132 Wagen umgerüstet

132 Taxis sind jetzt mit den Geräten ausgerüstet worden. „Über den Daumen gepeilt kommen da schon 200.000 Euro zusammen”, fasst Görtz die Investition für Geräte und Anlage in der Zentrale zusammen.

Ein hübsches Sümmchen - dennoch ist der erste Vorsitzende überzeugt: „Die Einführung lohnt sich. Das spart in Zukunft eine Menge Spritkosten und unnötige Kilometer.” Im Zuge der Einführung erhofft sich Görtz so auch, mehr Kunden in kürzerer Zeit bedienen zu können.

Und nach dreiwöchiger Schulung seien auch die Mitarbeiter - nach anfänglicher Skepsis - positiv überzeugt. Überzeugen will Görtz auch neue wie alte Fahrgäste, denen zukünftig über den Bildschirm Foto und Name des Fahrers inklusive Begrüßungstext entgegen leuchten. Im Wechsel erscheinen die aktuellen Wetternachrichten für die Stadt.

Zukunftsmusik sei zwar noch die Idee, über den Bildschirm auch Werbung flackern zu lassen, doch bereits heute gerät der Taxifahrer ins Schwärmen: „Auf dem Weg zur Disco oder Richtung Pontstraße die neuesten Veranstaltungen am Bildschirm sehen können, das ist für junge Leute doch klasse.” Jetzt schon abrufbar seien auf dem Weg zum Flughafen aktuelle Flugdaten. „Wer heute mithalten will, kann sich solchen Geräten nicht entziehen”, meint Görtz.

Als einziges Taxi-Unternehmen prescht die AAV damit in Richtung Zukunft. „Lästiges Funkgekrächze und Kopfschmerzen am Abend sind dann endlich vorbei”, schwärmt Görtz, der dabei nicht aus den Augen verliert, was seinen Beruf wirklich ausmacht.

„Jetzt sitzt noch ein Pfarrer neben mir, im nächsten Augenblick ein Call-Girl - was ich in meinem Leben als Taxifahrer für Gespräche führe, ist einmalig.” Und weit entfernt vom lästigen Gekrächze sind solche Unterhaltungen sowieso.
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