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Abriss dauert bis Ende Oktober

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Eigentlich sollte der Abbruch des Hochbunkers an der Sandkaulstraße wegen der damit verbundenen Moleste komplett in den Sommerferien erfolgen. Keine 50 Meter entfernt befindet sich nämlich die David-Hansemann-Realschule. Eigentlich.

Doch zunächst verzögerte sich der Beginn. Die Baufirma wollte die zwei Meter dicke Decke des Stahlbetonkolosses mit Lockerungssprengungen reif für den Abbruch machen, hatte aber die erforderliche Genehmigung nicht eingeholt. So verging die erste Ferienhälfte bis zum Baubeginn.

Schließlich einigte man sich darauf, das Gebäude mechanisch kleinzukriegen: Ein gewaltiger Bagger treibt mit einem Meißel Löcher in die Außenhaut und zerkleinert dann mit einem noch kolossaleren Zange das widerstandsfähige Mauerwerk. Und das dauert. Björn Gürtler vom städtischen Presseamt: „Nach Auskunft des Bauleiters wird der Abriss erst Ende Oktober beendet sein.“ Das bedeutet, dass die nahe gelegene Schule acht Wochen lang mit der enormen Lärm- und Staubbelästigung, über die viele Anwohner jetzt schon klagen, leben muss, denn die Schule beginnt wieder am 4. September.

Benannt worden war diese enorme Verschiebung zum ersten Mal in einem Bericht der „Nachrichten“ über den eigentlichen Baubeginn. Gürtler: „Wir waren sehr überrascht. Bis Donnerstag wussten wir nichts von dem Problem.“ Da Schulleiterin Ilse Zimmermann sich noch im Urlaub befinde, habe man erste Überlegungen mit dem Hausmeister angestellt, acht bis elf Klassen, deren Räume sich zur Sandkaulstraße hin befinden, für den fraglichen Zeitraum in andere Gebäudeteile zu verlagern.

Gürtler legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Verzögerung durch die Bauherren, die dort für 15 Millionen Euro ein Hotel mit 154 Zimmern errichten, und die von ihnen Beauftragten verursacht worden sei: „Es ist nicht unsere Schuld. Die Bauleitung hat die Stadt und insbesondere die Schule nicht informiert, dass es länger dauern wird.“ Die Frage, ob die Abrissgenehmigung nicht zeitlich begrenzt sei, verneint Gürtler: „Das können wir so nicht machen.“

Wohl enthält die Abbruchgenehmigung Grenzwerte für die Lärmbelästigung. Die Arbeiten dürften von 7 bis 19 Uhr erfolgen und dürfen in dieser Zeit 60 Dezibel (das entspricht dem Geräusch einer Nähmaschine) im Schnitt nicht überschreiten – zuzüglich fünf Dezibel Toleranzbereich (65 Dezibel entspricht Kantinenlärm). Hören die Arbeiten aber früher auf (etwa um 16 Uhr), darf es auch schon mal etwas lauter sein, also eine Art Kaugummivorschrift.

Kontrollen möglich

Besondere Regelungen für Kindergärten oder Schulen gebe es nicht, nur schutzbedürftige Nutzungen in einem Mischgebiet, die aber genauso für Wohnungen oder Büros gelten. Sollte es Beschwerden geben, so Gürtler, werde man „anlassbezogene Kontrollen“ vornehmen.

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