Abitur gibt‘s jetzt auch online: Abendgymnasium geht neue Wege

Von: Martina Stöhr
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Seit August Chef am Abendgymnasium: Dr. Michael Szczekalla.

Aachen. Neue Wege will das Abendgymnasium am Hander Weg in Laurensberg beschreiten, um eine neue Klientel anzusprechen. Unter Leitung des neuen Schulleiters, Dr. Michael Szczekalla, können die Studierenden hier nach den Sommerferien ihr Abitur auch am Bildschirm machen.

Unter dem Stichwort „Abitur-Online“ werden sie eigens dafür erstellte Materialien am Computer bearbeiten und online korrigieren lassen. Für den Austausch mit anderen Studierenden gibt es entsprechende Foren. Einen großen Zuwachs verspricht sich Szczekalla von dem neuen Angebot aber nicht. „Wir möchten stabile Anmeldezahlen und Studierende, die sich auf das Angebot einlassen“, sagt er.

In NRW gibt es das Abitur-Online bereits seit über zehn Jahren. In der Praxis angeboten wird es bislang aber nur an 18 Abendgymnasien. Als das Schulministerium dafür warb, mehr Schulen mit ins Boot zu nehmen, ließ sich auch das Aachener Abendgymnasium auf die neue Herausforderung ein. Es ermöglicht damit auch Studierenden das Abitur, die ansonsten vielleicht nicht die Zeit dafür aufbringen könnten. Die Besucher des Abendgymnasiums nämlich drücken 20 Stunden pro Woche die Schulbank und müssen gleichzeitig noch arbeiten.

Kommen lange Anfahrtszeiten wie aus der Eifel hinzu, ist das nicht für jeden machbar. Da soll das Abitur-Online eine Alternative sein. Hier wird ein Teil der Unterrichtszeit im Selbststudium über eine Lernplattform am heimischen Computer und mit ergänzenden schriftlichen Lernmaterialen absolviert. In der Schule präsent sein müssen die Studierenden dann nur noch an zwei Tagen in der Woche für insgesamt etwa zehn Stunden. Das verringere zwar nicht den Zeitaufwand insgesamt, habe aber den Vorteil, dass die Studierenden sich ihre Zeit flexibler einteilen könnten, heißt es in einer Info-Broschüre des Ministeriums.

Sechs Lehrer stehen am Aachener Abendgymnasium bereit, um die Online-Studierenden zu betreuen. Sie haben sich in Fortbildungen auf die neue Aufgabe vorbereitet. Einen Riesenansturm an neuen Studierenden erwartet Szczekalla nicht. „Die Arbeit am Bildschirm liegt nicht jedem“, meint er. Wie das neue Angebot angenommen wird, bleibt demnach abzuwarten.

Für den neuen Schulleiter bleibt der Einstieg in die neue Aufgabe also spannend. Er hat den langjährigen Schulleiter Toni Göckler abgelöst, der nun den Posten seines Stellvertreters übernimmt. Szczekalla hat Erfahrungen an Schulen unter anderem auch in Baden-Würtemberg und Niedersachsen gemacht. Von 2006 bis 2009 war er pädagogischer Mitarbeiter im NRW-Schulministerium. Seit August 2012 ist er nun Leiter des Abendgymnasiums. Mit dem neuen Angebot am Abendgymnasium hofft er, ungenutzte Begabungsreserven auszuschöpfen.

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