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Ab November ist der Goldene Schwan am Markt wieder geöffnet

Von: Nina Krüsmann
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Der Schwan-Chef und sein Betriebsleiter: Dieter Beckers (l.) und Carsten Esser freuen sich auf die Neueröffnung der Traditionsgaststätte am Markt. Ab November sind die Türen wieder geöffnet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn Dieter Beckers Blick durch das Fenster in der obersten Etage seines neuen Lokals auf das Rathaus schweift, ist er zurecht ein wenig stolz. Und vor allem sehr zufrieden. Seine „goldene Gruppe“, wie er seine beiden Gaststätten Goldenes Einhorn und den neu übernommenen Goldenen Schwan gerne nennt, ist nun nämlich fast fertig.

Am Halloween-Abend, 31. Oktober, findet die Eröffnung mit geladenen Gästen, Freunden und Wegbegleitern statt. Als Kontrast zum gutbürgerlichen Einhorn möchte Becker dem Schwan ein frisches Image verleihen. Vom Studenten bis zum Professor und vom Touristen in Freizeitkleidung bis zum Geschäftsmann mit Anzug und Krawatte sollen sich alle wohlfühlen können.

Der neue Anstrich in Pistaziengrün hat einen wesentlichen Anteil an der neuen Ausrichtung der Traditionsgaststätte. „Von Anfang an schwebte mir ein Grünton vor. Bis wir den perfekten gefunden haben, waren eine Menge Probeanstriche nötig“, erzählt Becker. Die lange Suche nach dem passenden Grün hat sich gelohnt, denn die Farbe harmoniert perfekt mit dem mutig gewählten Orangeton der Polstermöbel und den in Pastellfarben gemalten Gemälden von Beumers.

Die acht Aquarellmalereien mit Aachener Motiven von Manfred Beumers zierten bereits vor dem Betreiberwechsel die Wände und Becker hat sie gerne gekauft. „Sie passen einfach, zeigen Aachen von seiner schönsten Seite. Und ein Bild, eine Auftragsarbeit mit Bild vom Goldenen Einhorn findet pünktlich zur Eröffnung noch einen neuen Platz im Lokal“, erklärt Becker. So sei ein Stück Einhorn stets auch im Schwesternlokal präsent.

Der Geschäftsführer selbst übt sich während der aktuell andauernden Umbau- und Renovierungsarbeiten im Hin- und Herwandern zwischen seinen beiden Lokalen. Viele Stammgäste kommen neugierig vorbei, erhaschen einen kurzen Blick wenn gerade die Türe aufsteht. Die Vorfreude auf die Neueröffnung ist groß. „Die ersten Monate und natürlich im Weihnachtsgeschäft werde ich hauptsächlich im Schwan präsent sein“, betont der Wirt. Langfristig aber bleibe er vor allem seinem geliebten ersten Lokal, dem Einhorn treu.

Im Schwan baut er auf sein rund 20-köpfiges Team, das aus einigen übernommenen, erfahrenen Schwan-Mitarbeitern sowie speziell ausgewählten neuen Kräften besteht. Ein Koch wurde gerade eingestellt. Den Namen verrät Becker noch nicht. Sein Betriebsleiter dagegen ist am Markt bereits bekannt: Carsten Esser kümmert sich um das operative Geschäft, arbeitete einen Monat im Einhorn, um das Geschehen am Markt und die Gästestruktur kennenzulernen.

Der 37-jährige Herzogenrather bringt reichlich Erfahrungen aus der gehobenen Gastronomie mit – obwohl er in jungen Jahren zunächst Jura studiert hatte. „Dann bin ich quasi von einem Gericht zum anderen übergegangen, lernte bei Christof Lang im Sternerestaurant La Becasse als Koch.“

Der Umbau des Schwans ist eine Herausforderung, die alle Beteiligten mit viel Herzblut angegangen sind. Beim Festabend zum 25. Aachener Kolloquium für Fahrzeug- und Motorentechnik in der vergangenen Woche hatte der Schwan mit 160 Gästen und ebenso vielen Drei-Gänge-Menüs sowie rund 3000 ausgeschenkten Bieren seine Feuertaufe bestanden. „Der Laden war bis oben voll, und es hat alles wunderbar funktioniert. Es war ein tolles Gefühl, zum ersten Mal alles mit Leben gefüllt zu sehen“, betont Esser.

Noch ist aber nicht alles fertig. In der neu benannten Kupferstube im hinteren Teil wurde bereits eine neue Beleuchtung angebracht. Auch im mittleren Bereich, der „Reiterhalle“, wird anstelle der in die Jahre gekommenen Kronleuchter eine modernere Variante montiert.

In der zweiten Etage, dem „Rats-Blick“, und in der ersten Etage, dem „Karls-Blick“, wurde das Holz abgeschliffen. Dadurch sind die zuvor unter dem schwarzen Lack verborgenen Ornamente wieder zu erkennen.

Die neue Speisekarte beinhaltet traditionelle Gerichte. „Auch die Flammkuchen bleiben im Angebot. Ansonsten möchten wir die Klassiker neu interpretieren, internationale Trends regional umsetzen“, verrät Becker.

Rückhalt erfährt er durch seine Lebensgefährtin Anne Bernhardt. Kennengelernt haben sich die beiden – wie könnte es anders sein – bei der Arbeit. Bernhardt arbeitete lange Zeit im Service des Goldenen Einhorns und freut sich nun, dass ihr Partner seinen größten Traum verwirklicht. „Er ist eigentlich sehr bescheiden, will keinen großen Wirbel um seine Person. Aber ich bin stolz auf ihn und möchte in zu seinem Ehrentag gerne überraschen“, verrät Bernhardt.

Bereits zu Beckers 44. Geburtstag hatte es im Goldenen Einhorn eine närrisch angehauchte Überraschungsfete mit der Stadtwache Oecher Börjerwehr gegeben. Dieter Becker war begeistert, und so darf der Schwan-Chef sich auch diesmal am 1. November zu seinem Fünfzigsten auf eine rauschende Partynacht freuen.

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