Aachen - Ab Februar werden 60 Minuten Mittagspause Pflicht

Ab Februar werden 60 Minuten Mittagspause Pflicht

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Mittagsverpflegung ist ein großes Thema an den weiterführenden Schulen. Das Rhein-Maas-Gymnasium hat jetzt ein neues Sch ülercafé. Verwaltet wird es in Eigenregie von den Foto: Ralf Roeger

Aachen. Noch gut drei Wochen, dann soll die „große Pause” kommen. Per Erlass hat das NRW-Schulministerium den weiterführenden Schulen 60 Minuten Mittagspause zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht verordnet. Gelten soll die Regelung ab Februar, mit Beginn des zweiten Schulhalbjahrs.

Soweit die Theorie. Kurz vor dem offiziellen Start ist jedoch abzusehen, dass die „große Pause” nicht ganz reibungslos starten kann. An den Schulen fehlt es schlichtweg an der nötigen Infrastruktur, etwa an Räumen für die Mittagsverpflegung.

Die offizielle Marschrichtung bei der Stadt Aachen als Schulträgerin ist allerdings eindeutig. „Die Stadt Aachen geht davon aus, dass der Erlass ab dem 1. Februar bindend ist und grundsätzlich an allen Schulen umgesetzt wird”, so Björn Gürtler vom städtischen Presseamt.

Gleichwohl werde die Umstellung zunächst wohl nur mit „Anlaufschwierigkeiten” und provisorische Lösungen zu machen sein.

Besonders drängend ist das Problem an den Gymnasien, denn die kommen wegen der verkürzten Schulzeit (Stichwort G8) gar nicht darum herum, Unterricht in den Nachmittag zu verlegen.

Wirklich gute Voraussetzungen für die Umstellung auf die „große Pause” aber habe derzeit nur das Geschwister-Scholl-Gymnasium, heißt es im Presseamt. Die Schule an der Stolberger Straße arbeitet seit Jahren in einem modifizierten Ganztagesbetrieb und hat auch eine Mensa.

An allen anderen Schulen, so Gürtler, seien noch Probleme zu lösen. So müssen einige Schulen vorerst die Aula für die Mittagsverpflegung nutzen, andere wollen morgens schon Getränke und belegte Brötchen ausgeben, die die Schüler dann mittags verspeisen können.

Baumaßnahmen für die Übermittagsbetreuung fördert das Land mit bis zu 100000 Euro pro Schule. Die Kommune als Träger muss aus eigenen Mitteln denselben Betrag aufbringen. Nach Angaben des Presseamts haben bis auf drei Förderschulen alle weiterführenden Schulen Gelder aus dem Landesprogramm beantragt.

Der Landeserlass räumt den Schulen eine Übergangsfrist ein. Allerdings nur, „bis die Infrastruktur für eine Mittagspause geschaffen worden ist”, und längstens bis zum 31. Januar 2011. Etliche Schulen wollen diese Übergangsfrist nutzen. „Die Kinder müssen ein Angebot haben”, sagt zum Beispiel Dieter Spillner, Schulleiter am Einhard-Gymnasium. „Ohne ein Mittagessen aus der Mensa geht die âgroße Pause´ gar nicht. Die Stadt ist gefordert, die nötigen Strukturen bereitzustellen. Dann wechseln wir das Stundenraster.” Spillner, hofft, dass es am Einhard nach Ostern losgehen kann. Ein Gebäude auf dem Schulgelände könnte als Mensa hergerichtet werden. „Und ein Caterer steht schon Gewehr bei Fuß.”

Am Inda-Gymnasium in Kornelimünster kommentiert Schulleiter Arthur Bierganz den Zeitplan zurückhaltend: „Wir bemühen uns, mit Hilfe des Trägers am 1. Februar einen erweiterten Übermittagsbetrieb aufzunehmen. Wir denken aber, dass es zu Problemen kommen kann.”

Das Rhein-Maas-Gymnasium wiederum peilt den vollständigen Übermittagbetrieb erst fürs nächste Schuljahr an. „Wer jetzt schon nachmittags Unterricht hat, den können wir in der Mensa der Fachhochschule beköstigen”, erklärt Schulleiter Jochen Geradts. Eine Dauerlösung sei das allerdings nicht: „Für große Mengen von Schülern ist der Weg einfach zu gefährlich. Und das Mensaessen ist auf Dauer auch zu teuer.”

Das neue Schülercaf hat den Betrieb bereits aufgenommen. Demnächst soll die Schule eine Mensa bekommen, zunächst in provisorischen Räumen. Dort soll es ein „warmes, gesundes und erschwingliches Essen” geben, erklärt Geradts. Mit den Schülern werden zahlreiche Pausen-Aktivitäten entwickelt - Spiele, Spiele oder Arbeitsgemeinschaften.

Und Abgesandte aus Eltern- und Lehrerschaft müssen demnächst probessen: Sie haben den Auftrag, einen Essenslieferanten auszuwählen.
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