Aachen - Ab August gibt es eine Extraportion Wissen

Ab August gibt es eine Extraportion Wissen

Von: Anke Hinrichs
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Aachen. Wer hätte statt eines drögen Papierausdrucks nicht lieber die dreidimensionale Schokoladenausgabe des Aachener Doms als Ergebnis seiner Bemühungen am Computer? Das Aachener Modell II könnte aus diesem kühnen Traum Wirklichkeit werden lassen.

Denn ab dem nächsten Schuljahr heißt es für alle Gymnasien und Gesamtschulen in Stadt und Kreis Aachen: Begabtenförderung für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 11.

Bislang kommen begabte Grundschüler in den Genuss einer besonderen Förderung (Aachener Modell I), die von der Sparkasse und ihren drei Stiftungen initiiert und finanziell ermöglicht wird. Zusammen mit den Vereinigten Unternehmerverbänden (VUV), der Sparkasse Aachen und der Bürgerstiftung für die Region Aachen gibt es jetzt ein Nachfolgeprojekt für die weiterführenden Schulen.

Ziel ist eine besondere Förderung in Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik. Das Begabtenförderprogramm soll ab August für ein Schuljahr in die Pilotphase gehen. Ein wissenschaftlicher Beirat wird die Phase begleiten.

Das Engagement für das Projekt begründet VUV-Hauptgeschäftsführer Hans Mayer-Uellner mit dem gravierenden Mangel an qualifiziertem Nachwuchs im technischen Bereich: „Nach wie vor melden die Firmen ihren Bedarf an, und in der Schule kommen diese Fächer oft zu kurz.” Der Erfolg des Aachener Modells in den mittlerweile 18 beteiligten Grundschulen in Stadt und Kreis Aachen zeige den Bedarf und die Notwendigkeit der Begabtenförderung, ergänzt Hans Kauhsen, Geschäftsführer der Bürgerstiftung.

Hochschulen mit im Boot

Als Projekt- und Koordinationspartner sitzen die RWTH und die Fachhochschule mit im Boot. Deren Mitarbeiter entwickeln gemeinsam mit den Lehrern der weiterführenden Schulen in sogenannten Tandem-Teams 16 Arbeitsgemeinschaften.

„Diese Tandemkonzeption ist einmalig”, erklären die Projektkoordinatorinnen Tanja Wansel (Sparkasse) und Petra Pauli (VUV). Vor allem setze man auf außerschulische Lernorte, teils jahrgangsübergreifende Workshops und Seminare, denn da mache das Lernen oft mehr Spaß.

An jeder AG sollen etwa 15 Schüler teilnehmen , so dass sich insgesamt 240 Schüler für das schulübergreifende Projekt anmelden können. „Alle AGs laufen nur während der unterrichtsfreien Zeit und umfassen 25 Schulstunden. Die Schüler müssen Freizeit investieren und unter Umständen auch lange Wege in Kauf nehmen”, merkt Wansel an. Die Auswahl der Schüler dagegen liegt allein bei den Schulen und deren Lehrern. „Aber es kommt nicht nur auf die Note an, sondern auch auf eine besondere Begabung oder das Interesse für ein Thema”, erläutert Mayer-Uellner. Für interessierte Schulen gibt es eine Lehrerfortbildung zur Begabungsförderung.

Mit dem Beginn des Projekts schon in der Mittelstufe will Klaus-Peter Kämpfer, Prodekan des Fachbereichs Maschinenbau und Mechatronik der Fachhochschule, mehr Mädchen für die Ingenieurwissenschaften gewinnen, denn da dümpele der Frauenanteil nur bei zehn Prozent. Für Eberhard Troesch, Professor für Mathematik an der RWTH, steht bei dem Projekt ganz klar die Begeisterung der Schüler für ein Thema im Vordergrund, die nur von engagierten Lehrern geweckt werden könne.

Die Informationen zur Begabtenförderung haben die Gymnasien und Gesamtschulen schon erhalten, interessierte Eltern und Schüler können sich an ihre jeweilige Schule wenden.
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