Aachen - Ab 2015 soll die Feuerwache umgebaut werden

Ab 2015 soll die Feuerwache umgebaut werden

Von: Werner Czempas
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Arg in die Jahre gekommen und sehr sanierungsbedürftig: die Feuerwache an der Stolberger Straße. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nur länger gediente Ratsmitglieder erinnern sich schwach, wann das anfing mit dem Gerede über eine Sanierung der Hauptfeuerwache an der Stolberger Straße. In der Tat vor 15 Jahren begann die Debatte, gefühlt sind es ein paar Jährchen mehr. Nun soll die Sache endlich in die Gänge kommen.

Das beschloss der für die Feuerwehr maßgebliche Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz. Die Feuerwache an der Stolberger Straße ist ein halbes Jahrhundert alt. Von 1961 bis 1964 wurde sie gebaut. Ausgelegt war sie für 80 Einsatzkräfte, heute sind 170 Mitarbeiter untergebracht. Die Arbeitsbedingungen, sagen nicht nur die Politiker, sind katastrophal und menschenunwürdig. Beton bröckelt an allen Ecken. „Gravierende Mängel an der Bausubstanz“ liegen seit Jahren offen.

Alle wissen, was die Verwaltung so beschreibt: „Ein Abriss des Altbaus und die Errichtung eines Neubaus an gleicher Stelle wäre die wirtschaftlichste Lösung.“ Ein Neubau würde auch die aktuellen sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen mit dem Ziel, „eine nachhaltige Verbesserung des Brandschutzes und Rettungsdienstes für die nächsten Jahrzehnte in der Stadt Aachen zu schaffen“.

Unter Denkmalschutz

Der Landschaftsverband Rheinland aber machte einen Strich durch die kostengünstige Rechnung: Im vorigen Jahr wurde die Hauptwache unter Denkmalschutz gestellt. Wegen der „Art und Weise des Baukörpers“ und des „für diese Zeit typischen Einsatzes von Stahlbeton, auch in der Außenfassade“. Das heißt, die bröckelnde Betonkiste mit ihren gravierenden Mängeln darf nicht abgerissen werden. Die Stadt muss das denkmalgeschützte Ding für die Feuerwehr grundsanieren. 13,5 Millionen Euro soll das kosten.

Damit waren die Fraktionen alle einverstanden. Auch noch in einer gemeinsamen Expertenrunde am Montag vor einer Woche. Umso überraschter waren die Politiker, als Heike Wolf im Umweltausschuss für die SPD „Beratungsbedarf“ anmeldete und erneut die „Frage nach einem kompletten Neubau“ der Feuerwache andernorts aufwarf. Das Gebäude an der Stolberger Straße sei für die Feuerwehr nicht geeignet und werde es nie sein. Aktuelle technische Standards seien nicht zu erzielen.

Die SPD beantragte die Absetzung des Punkts von der Tagesordnung. Obwohl es bei „Beratungsbedarf“ Brauch ist, einem solchen Antrag zu folgen, lehnten die anderen Fraktionen ihn dieses Mal ab. Wegen der Kommunalwahl und der Sommerferien werde die dringend gebotene Sanierung der Feuerwache möglicherweise um ein weiteres Jahr hinausgezögert.

Heike Wolf und Genossen führten allerdings ein Argument an, dass Feuerwehr und Verwaltung ihnen als Steilvorlage selbst geliefert hatten. Selbst Ferdinand Corsten von der CDU war perplex. Denn „wie Phönix aus der Asche“, so ein verärgerter Corsten, präsentierte das städtische Gebäudemanagement erst vor wenigen Tagen ein neues Papier, wonach für ein „Gesamtkonzept Feuerwehr Stolberger Straße“ auch die Werkstatt der Wehr erneuert werden müsse.

Technisch notwendige und von der Feuerwehr geforderte Einrichtungen wie etwa eine Fahrzeugdesinfektion seien einzuplanen. Derzeit geschätzte zusätzliche Kosten: acht Millionen Euro. „Das sind dann schon insgesamt 21,5 Millionen Euro“, rechneten Wolf & Co., weshalb sich die Frage eines kompletten Neubaus durchaus stelle.

Die anderen Fraktionen wollten aber keine weitere Warteschleife mehr drehen. „Über das Werkstatt-Gebäude“, so Ferdi Corsten, „können wir später in aller Ruhe reden und überlegen, ob wir die Mittel dazu haben. Wenn nicht, muss im Werkstattbereich weiter improvisiert werden.“ Bisher könne die Situation dort auch nicht so dringlich gewesen sein, „sonst hätten wir davon doch schon vor zwei, drei Jahren gehört“. Bei Stimmenthaltung der SPD beauftrage der Ausschuss die Verwaltung, ausschließlich für die 13,5 Millionen Euro teure Sanierung des Hauptgebäudes „die europaweite Ausschreibung zur Vergabe an einen Planer vorzunehmen“.

Baustart soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 sein.

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