Aachens Umweltschutz hat einen guten Ruf

Von: Werner Czempas
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Aachen. In der Fachwelt und in den Medien steht die Stadt Aachen obenan, wenn es um den Schutz der Umwelt und des Klimas geht. Das gilt europaweit und es trägt unverkennbar seit Jahren eine grüne Handschrift.

Wie leidenschaftlich die Mitarbeiter der Umweltdezernentin Gisela Nacken (Grüne) ans Werk gehen, wurde wieder einmal im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz deutlich. Engagiert mit voran marschieren aber auch die Umweltpolitiker aller Fraktionen.

Beispiel Elektromobilität: Warum Aachen weit über Deutschland hinaus als „Modellregion für E-Mobilität” gilt, machte ein Vortrag der Ökologie-Wissenschaftlerin Katja Willoeper von den Stadtwerken (Stawag) deutlich. Wenn es um den Rückgang von Schadstoffen und Lärm gehe, seien Stadtwerke geradezu prädestiniert, eine wichtige Rolle auf dem Feld der E-Mobilität zu übernehmen.

So beteiligt sich auch die Stawag an zwei der derzeit in Aachen laufenden acht Forschungsprojekte.

Die Stadt, die RWTH mit mehr als 30 verschiedenen Instituten, der Aachener Motoren- und Antriebsentwickler FEV, die Deutsche Bahn, große Autokonzerne und Zulieferer sitzen mit im Boot, Aachen zum elektromobilen Oberzentrum in Europa zu machen.

Das „1. Aachener Zukunftsforum”, zu dem RWTH, Stadt, FEV und Stawag für den 25. August einladen, wird der Fachwelt demonstrieren, was in Aachen zur Elektromobilität in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Produktionstechnik, Infrastruktur und Mobilitätskonzepten geleistet wird. Im September startet in Aachen ein Feldversuch mit 25 E-Rollern, einem E-Bus, E-Nutzfahrzeugen und 13 elektromobilen Fiat 500.

Derweil appellieren die Medien wie etwa das „Hamburger Abendblatt” an Umweltschützer: „Nehmen Sie sich ein Beispiel an Aachen.” Sie werden in Aachen auf einen Experten stoßen wie Klaus Meiners.

Der stellvertretende Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt überzeugte und begeisterte im Ausschuss mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für einen Aachener „Strategieplan zur Elektromobilität”.

Die E-Mobilität sei für Aachen eine Riesenchance. 80 Millionen Euro Fördermittel flössen in die Region, was indus-triepolitisch von enormer Bedeutung sei. Um die „Nummer 1 in Deutschland” zu sein, gehe es für die Stadt um die „Vernetzung aller Akteure” und um die Weiterentwicklung zum „Kompetenzzentrum E-Mobilität” .

Wichtig sei dabei ein Standortmarketing. Klaus Meiners: „Wenn die Presse in Sachen E-Mobilität meldet, Aachen sei Spitze, so ist das für unsere Stadt eine Superbotschaft.” Und weiter: „Wir werden das Thema Elektromobilität zum öffentlichen Thema machen”, versicherte er.

Pilotfunktion in NRW

Aufmerksam auf Aachen in Sachen Umweltschutz ist die Fachwelt auch durch die „Festbrenn-stoff-Verordnung” geworden (wir berichteten). Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz empfiehlt dem Stadtrat, die Verordnung „zur Verbesserung der Luftgüte und zur Steigerung der Lebensqualität” zu erlassen.

Der Stadtrat entscheidet nach den Sommerferien am 8. September. Die Kernpunkte: umgehende Einführung des Best-Standards für neu installierte Holzfeuerungsanlagen; Vereinheitlichung der Nachrüstungs- beziehungsweise Austauschfristen für emissionsstarke Altanlagen bis Ende 2014.

Aachen übernimmt mit der Festbrennstoff-Verordnung eine Pilotfunktion für Nordrhein-Westfalen. Im Internet, so Gisela Nacken, seien derzeit zahlreiche Beiträge darüber zu finden.

Modellcharakter hat ebenfalls Aachens Teilnahme am Förderwettbewerb „Energieeffiziente Stadt” der Bundesregierung. Gemeinsam mit den Aachener Partnern Stawag, Philips Forschung, RWTH, der Probiotec GmbH und Akteuren aus dem Energy Hills e.V. beteiligt sich die Stadt am Vorhaben. ´

In einer ersten Runde wurde sie und ihre Partner als einer von 15 aus 72 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt. Sie wurde aufgefordert, einen Projektantrag zu stellen. Der Ausschuss stimmte zu, dass sich Stadt und Partner um die Fördersumme in Höhe von fünf Millionen Euro bewerben.

Unter dem Oberziel, den Ausstoß von Kohlendioxyd um 50 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 zu mindern, will die Stadt mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb erreichen, „die historische Stadt Aachen zu einer energieeffizienten Stadt der Zukunft umzuwandeln”.
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