Aachens Stadtgeschichte per Mausklick entdecken

Von: Martina Rippholz
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Will Aachens Geschichte leicht
Will Aachens Geschichte leichter zugänglich machen: Professor Gerhard Curdes, emeritierter Direktor des Städtebauinstituts an der RWTH, baut seit 2005 ein umfangreiches Online-Portal auf. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Geschichte Aachens, das ist Gerhard Curdes Leidenschaft. Sein jüngstes Projekt: der Ausbau eines euregionalen Geschichtsnetzwerks, das sich im Juli vergangenen Jahres gegründet hat und das jetzt seine erste Vollversammlung abhielt.

Langfristiges Ziel ist es, alle Personen und Institutionen, die sich mit der Aachener Historie - auch über die Landesgrenzen hinaus - beschäftigen, in einem großen Verbund zusammenzubringen.

Ein nicht weniger ambitioniertes Projekt verfolgt der emeritierte Direktor des Instituts für Städtebau und Landesplanung der RWTH und Sprecher der IG Historisches Museum dagegen bereits seit 2005. „Damals diskutierten wir im Arbeitskreis Denkmalpflege, wie wir den Bürgern, aber auch Stadtplanern und Architekten den Wert historischer Gebäude näherbringen können.” Denn Curdes und seine Mitstreiter wussten, dass der Weg in ein Archiv für viele eine große Hürde bedeutet. „Also mussten wir die modernen Medien nutzen, um die Stadtgeschichte auch über die Fachwelt hinaus zu vermitteln.”

Gesagt, getan. Seit mehreren Jahren baut Curdes mit tatkräftiger Unterstützung anderer Geschichtsbegeisterter und -experten wie Archäologen, Forschern und Studenten sowie Mitgliedern des AK Denkmalpflege ein Online-Portal zur Stadtgeschichte und Stadtentwicklung Aachens auf. Es funktioniert nach dem Wiki-Prinzip. Das heißt, es ist auf der ganzen Welt frei zugänglich. Und jeder, der sich bei Curdes anmeldet, kann unter seinem Namen oder einem Kürzel Dokumente einstellen. 70 aktive Teilnehmer hat das Portal derzeit, es enthält über 1500 Dateien.

Die finden sich unter dem Rubrikpunkt Bild- und Kartenarchiv, das den Kern des Portals bildet. Über eine Zeitleiste von der Urgeschichte bis ins Hier und Heute oder über Stichwörter wie „Der Aachener Dom” oder „Straßennetz” können Nutzer sich über Aachens Historie anschaulich informieren, ohne in Archivschränken stöbern zu müssen. Alle Dokumente sind mit Quellenangabe versehen. Curdes: „Sie stammen aus Archivbüchern, privaten Sammlungen oder auch von der Stadt.”

Besonders für diesen Kernteil kann sich der emeritierte Professor gut vorstellen, dass er auch für den Geschichtsunterricht in Schulen interessant sein könnte. „Zwar wird dort eher weniger Stadtgeschichte behandelt”, sagt Curdes. „Aber wenn man zum Beispiel historische Bilder von Aachen aus der NS-Zeit hat, ist das für den Unterricht über das Dritte Reich durchaus interessant.”

Bei anderen Dokumenten sieht er eher Anwendung in der Stadtplanung. „Sämtliche historische Karten sind im Portal leicht verfügbar. Die kann man nutzen, um die Altstadtelemente in der Architektur zu berücksichtigen.” Denn das ist eines der Hauptanliegen von Curdes: die historische Struktur Aachens zu erhalten. Diesbezüglich wurden seiner Meinung nach schon einige Fehler, aber auch vieles richtig gemacht.

Doch beim Karten- und Bildarchiv hört das Portal noch lange nicht auf. Stadtgeschichte, Archäologie, Denkmalpflege und Stadtentwicklung - ausführliche Texte, Zeitungs- und Forschungsberichte, aber auch Kommentare und Thesen können online gelesen werden. „Die Bevölkerung hat durchaus ein Bedürfnis zu wissen, wie sich ihre Stadt entwickelt hat.” Der emeritierte RWTH-Professor träumt nun von einem weiteren Ausbau seines Internetangebots hin zu einem „regelrechten Bürgerportal”.

Erste Vollversammlung des Geschichtsnetzwerks

Das Geschichtsnetzwerk Euregio Maas-Rhein kam im Haus der Städteregion zu seiner ersten Vollversammlung zusammen. Über 70 Teilnehmer aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden waren gekommen. Hauptziel war die Konstituierung von Arbeitsgruppen, die den Kern des Netzwerkes bilden. 48 Personen haben sich bisher zur Mitarbeit bereit erklärt - zu den Themen Weltkriege; Verkehr, Textil, Kohle; Keramik; Baukultur.
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