Aachen - Aachens Kehrmännchen erhalten nur selten Lob

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Aachens Kehrmännchen erhalten nur selten Lob

Von: Martina Stöhr
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Das siebenköpfige Kreativ-Team präsentierte mit Dieter Lennartz vom Stadtbetrieb (oben Mitte) die Ilmstar-Box. In ihr sollen die Reaktionen auf die Arbeit der Stadtreiniger eingworfen werden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sie heißt Ilmstar-Box, ist orange, hat einen Rüssel und dient dazu, mit den Kehrmännchen des Stadtbetriebs in Kontakt zu treten. So zumindest stellt es sich ein Kreativteam vor, das derzeit über den Abfall auf Aachens Straßen nachdenkt. Die Stadtreiniger verrichten ihre Arbeit in aller Stille und ernten selten Lob, dafür aber umso mehr Kritik, meinen die kreativen Köpfe.

Mehr Respekt für die Stadtreiniger könnte ein erster Schritt in die Richtung einer sauberen Stadt sein, meinen sie und funktionierten einen Papierkorb kurzerhand in einen Briefkasten für den Stadtbetrieb um. Dazu gibt’s passende Postkarten, auf denen die Bürger ihre Botschaften an die Aachener Kehrmännchen hinterlassen können. Nach Karneval soll die Ilmstar (Ich liebe meinen Stadtreiniger)-Box am Elisenbrunnen aufgestellt werden. „Wir sind gespannt auf die Reaktionen“, meint das Abfall-Team, das sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher kreativer Branchen zusammensetzt.

Mit dabei sind Designer, Architekten, und Künstler. Das Team ist Bestandteil des Projekts „Creative Drive“, das die Stadt Aachen gemeinsam mit dem Gründer-Zentrum Kulturwirtschaft und Partnern aus der Euregio Maas-Rhein ins Leben gerufen hat, um kreative Prozesse in Gang zu setzen.

Im Sommer 2012 wurden die sieben kreativen Köpfe von LAB EA (Labor für Einfall statt Abfall) ausgewählt, sich kreativwirtschaftlich mit dem Thema Abfall in Aachen auseinanderzusetzen. Im besten Fall kommen dabei Lösungen heraus, die sich später vermarkten lassen oder in die Kampagne „Sauberes Aachen“ übernommen werden. „Wir betrachten eine ernsthafte wissenschaftliche Angelegenheit aus kreativem Blickwinkel“, meint Teammitglied David Grasekamp. Um sich mit dem Thema Abfall in Aachen vertraut zu machen, nahm das Team Kontakt mit dem Stadtbetrieb auf und begleitete die Kehrmänner später auch bei ihrer Arbeit.

Im Hinterkopf hatte es dabei die Frage: Wie kann man das Bewusstsein im Umgang mit Müll ändern? Passanten und Stadtreiniger ins Gespräch zu bringen, könnte ein guter Ansatz sein, meint das Team und denkt als Treffpunkt über ein Müll-Café nach. Schön wäre auch, das Thema Müll in den Karneval zu integrieren, meinen die jungen Planer. Sie stellen sich einen Wagen mit den Kehrmännern und vielen kleinen Papierkörben vor, die dazu einladen, den Müll schon während des Umzugs und nicht erst danach zu entsorgen. Gerade ein spielerischer Umgang mit dem Thema könnte zu einer dauerhaften Verhaltensänderung beitragen, meint das Team.

Das glaubt auch Dieter Lennartz vom Stadtbetrieb. Er findet es extrem spannend, sich dem Thema künstlerisch zu nähern. Aachen sei eine saubere Stadt, die aber ihre Schmuddelecken und Problemzonen habe, so Lennartz. Die Suche nach Konzepten, wie man dem Abfall Herr werden kann, um eine Komponente zu bereichern, ist Sache des kreativen Teams. Ende Februar soll die Recherchephase beendet sein. Bis dahin soll es einen Katalog an Ideen geben.

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