Aachen - Aachens Katholiken beeindruckt von der Entscheidung des Papstes

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Aachens Katholiken beeindruckt von der Entscheidung des Papstes

Von: wos/hau/maf/mg/hr
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Aachen. „Es gehört Weisheit und Mut dazu, die Situation so zu erkennen und diesen Schritt zu tun“, bekundete am Dienstag der Sprecher des Katholikenrates Aachen-Stadt, Holger Brantin, zur Ankündigung Papst Benedikts, am 28. Februar nach acht Jahren sein Pontifikat zu beenden.

Der Aachener Katholikenrat, so Brantin weiter, habe große Hochachtung und Respekt vor diesem Schritt. „Denn in der heutigen Situation ist der Papst in jeder Hinsicht als Leiter und Lenker gefordert“, meinte Brantin gegenüber den „Nachrichten“.

Er verwies darauf, dass „die Weltkirche heute vor großen Herausforderungen steht“, dies etwa angesichts von Christenverfolgungen in Teilen der Welt. Dafür brauche ein Papst „diplomatisches Geschick“ – und er müsse auch vor Ort zugegen sein können. Der religiöse Theoretiker Benedikt habe bemerkt, dass seine Gesundheit das nicht mehr zulasse. Brantin machte zudem auf den Priestermangel in Deutschland aufmerksam und forderte, dass die „Laien, hier auch besonders Frauen, stärker in die Leitung der Gemeinden einbezogen werden müssen“.

Benedikts Nachfolger solle im Geiste des 2. Vatikanischen Konzils die Kirche weiter öffnen. Benedikts mutiger Schritt zeige, wie ihm die Kirche und nicht sein Amt am Herzen liege.

Auch Pastor Franz Josef Radler, Domkapitular und Pfarrer der City-Kirche, bekundete „ganz, ganz hohen Respekt vor der Größe der Person Benedikts“. Solch eine Entscheidung zu fällen, die es seit rund 700 Jahren nicht mehr gegeben habe, könne nur eine „große Persönlichkeit“ treffen. Von einem Nachfolger wünscht sich Radler ebenso wie Brantin eine Haltung, die das 2. Vatikanischen Konzil formulierte habe: „Wir brauchen eine Kirche der Moderne mit offenen Fenstern“, so der katholische Geistliche.

Sein evangelischer Kollege, Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff, war „wie alle anderen auch sehr überrascht“ von der Ankündigung des Papstes. „Das hätte ich nicht erwartet“, sagte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen. Gleichwohl zollt er Benedikt XVI. großen Respekt für seine Entscheidung: „Sie zeigt einerseits eine menschliche Größe und bestätigt andererseits meinen Eindruck, den ich von seiner theologischen Handschrift hatte.“ Und die sei durchaus konservativ, weil er mit seiner Entscheidung die Bedeutung des Papstamtes als Dienst an der Kirche herausstelle. „Das ist ein ernstzunehmender Schritt, der durchaus als Vorbild dienen könnte für andere Menschen in anderen Ämtern.“

„Mutig und konsequent“

„Ein mutiger, konsequenter Schritt“, erklärte Hans-Georg Schornstein, Pfarrer der Gemeinschaft der Gemeinden Kornelimünster-Roetgen. „Es ist ein gutes Zeichen, dass der Papst sagt: Die Geschicke der Weltkirche muss ein anderer führen.“ Von Benedikts Nachfolger wünscht sich Schornstein, dass dieser das Evangelium aus dem Geist des 2. Vatikanischen Konzils in die heutige Zeit übersetze. Angesichts der sehr unterschiedlichen Probleme in der Welt plädiert der Pfarrer dafür, „das Bischofskollegium mehr zu stärken“.

„Bewundernswert und klarsichtig“, so kommentierte Ralf Freyaldenhoven, Pfarrer an St. Donatus in Brand, kurz und knapp den Papst-Rücktritt. Aber dieser Papst, so der Pastor, habe ja immer wieder überrascht in seiner Amtszeit. Ebenso knapp formuliert Freyaldenhoven auch seinen Wunsch an den neuen Papst: „Ein weitsichtiger, frommer Mann sollte er sein.“

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