Aachens CDU votierte klar für Laschet

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
laschet_bu
Gut gelaunt am Morgen: Begleitet von Kameras gibt der Aachener CDU-Kreisvorsitzende Armin Laschet seine Stimme in den Burtscheider Kurparkterrassen ab. Wen er gewählt hat, dürfte klar sein. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Um 11.03 Uhr begann für den Aachener Kreisvorsitzenden Armin Laschet am Sonntag der „Tag der CDU”. Der Kreisvorsitzende gab guter Dinge in den Kurparkterrassen seine Stimme an der sogenannten Tages-Urne ab, Kameras überregionaler TV-Kanäle hielten den womöglich historischen Moment fest.

41 weitere taten es ihm gleich, das Gros der Aachener CDU-Mitglieder hatte sich allerdings eher auf die Briefwahl verlassen.

Kurz vor halb Sieben am Sonntag Abend war dann alles klar für Armin Laschet - in Aachen-Stadt jedenfalls. In seinem Heimatberitt holte der Kreisvorsitzende ein stattliches Ergebnis, eine Prozentzahl, die sich richtig sehen lassen kann.

Mit 77,41 Prozent der Stimmen schlug er in seiner Heimatstadt seinen Herausforderer (und Freund) Norbert Röttgen aus dem Rhein-Sieg-Kreis deutlich, jener bekam nur 22,28 Prozent in Aachen. Aber die Insider, die Röttgen stärker eingeschätzt hatten, behielten Recht, landesweit schlug Röttgen den Aachener mit 54,8 zu 45,2 Prozent.

Nach Bekanntwerden des Ergebnisses gab sich Laschet am Abend dennoch unverzagt: „In der ganzen Aachener Region gab es riesige Rückendeckung. Jetzt geht die Arbeit weiter.” Offenbar habe die Bekanntheit des Bundesministers den Ausschlag gegeben.

Was vor allem bei der fleißigen Auszählung durch eine fünfköpfige Zählkommission in einer schummrigen Ecke der Kurparkterrassen den anwesenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Harald Baal freute, war die erstaunlich hohe Wahlbeteiligung bei diesem Basis-Entscheid. Dessen Ergebnis soll schließlich bindend für die Parteitagsdelegierten bei der Wahl des CDU-Landesvorsitzenden am 6. November in Bonn sein.

„In Aachen lag die Wahlbeteiligung bei fast 70 Prozent. Das ist erstaunlich hoch, wir hätten uns bereits bei 50 Prozent gefreut”, lobte Harald Baal die große Bereitschaft der hiesigen CDU-Mitglieder, unmittelbar über entscheidende innerparteiliche Fragen abzustimmen zu können.

Genau 68,5 Prozent oder 974 von rund 1400 Mitgliedern beteiligten sich an dieser Form der Urwahl. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis für Armin Laschet.” Und es sei ein Signal für künftige Mitgliederentscheidungen, freute Baal weiter.

Aachen habe bereits gute Erfahrungen gemacht, bei der Kür des OB-Kandidaten etwa. Nach dem desaströsen Ergebnis der Landtagswahl wachse ein echtes Bedürfnis der Basis, sich persönlich und stärker beteiligen zu wollen. Der Aachener Kreisverband werde das Element künftig sicherlich im Vorfeld wichtiger Entscheidungen nutzen.

Am Morgen hatte Laschet nach seiner Stimmabgabe damit begonnen, die diesjährigen Jubilare zu ehren - eine parteinahe Aufgabe, „die mich immer wieder mit Freude erfüllt”, meinte der Ex-Minister betont volksnah. Zuvor ergriff die stellvertretende Kreisvorsitzende Claudia Cormann in einer Rede eindeutig Partei für „ihren” Vorsitzenden.

Die 160.000 CDU-Mitglieder in NRW könnten sich an diesem Tag zwischen einem Landesvorsitzenden entscheiden, der vor Ort in Düsseldorf sein Ohr am Herzen der Bürger habe. Oder einem Berliner Minister, der womöglich der instabilen Minderheitsregierung um Hannelore Kraft eventuell „von Japan aus” die Stirn bieten müsse, immer dann nämlich, wenn der Bundesumweltminister in der Welt unterwegs sei.

Es sei auch weiter eher nützlich, ein NRW-Gewächs wie Laschet an der Spitze zu haben, das nötigenfalls „Merkel in Berlin Paroli bieten” könne. Das sah die Mehrheit der NRW-CDU allerdings anders.

Laschet bedankte sich artig für die klaren Worte und bekannte sich zu einem fairen Wettbewerb: „Egal, wer gewinnt, wir werden uns gegenseitig unterstützen. Denn ich schätze ihn sehr.” Die Kandidatenkür in den 139 NRW-Kreisverbänden habe der „CDU insgesamt gut getan”, meinte Laschet weiterhin.

Der Bücher-Entscheid

Die Gold-Jubilare bekamen für ihre 50-jährige Mitgliedschaft neben der Ehrennadel ein Buch als Präsent. Als sichtbares Zeichen einer absoluten Neutralität standen zwei Titel zur Auswahl und wurden durch Zuruf ausgelost.

Das eine Werk war von Autor Norbert Röttgen „Deutschlands beste Jahre kommen noch” und der zweite Titel stammt natürlich aus der Feder Laschets, Titel „Die Aufsteigerrepublik”. Zwei Mal ging sogleich das Röttgen-Buch an die Jubilare.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert