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Aachener zeigen Gesicht gegen Intoleranz

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Klares Statement: 24 Menschen aus Aachen zeigen neben Sänger Michael Witte (Bild) in dem Video zu dem Song „Ich möchte Dich nicht sehn“ Gesicht(er) gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Zu sehen ist der Clip auf der Internetplattform „You Tube“. Foto: Screenshot

Aachen. Iris Berben schaltet sich derzeit vehement in die Flüchtlingsdiskussion ein. Die populäre Schauspielerin ist wütend. Sie will nicht länger tatenlos zusehen, wie Intoleranz und Rassismus in Deutschland wieder an Boden gewinnen. Und deshalb zeigt sie Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit.

Nicht nur die 65-jährige Prominente tut es. Auch 24 Aachener Bürgerinnen und Bürger tun es: Sie zeigen in dem aktuellen Video des Aachener Singers und Songwriters Michael Witte ihre Gesichter und verbinden damit eine klare Botschaft gegen Intoleranz. „Uns allen geht es darum, dass sich Deutschland nicht in die falsche Richtung entwickelt“, sagt Witte. Selbst denen, die ihre rechtspopulistischen Parolen laut in die Öffentlichkeit grölen, wünsche er nicht das Schicksal der vielen Flüchtlinge, die ihr nacktes Leben retten wollen. „Vielleicht gelingt es ja, zumindest einige deutsche Deppen zu integrieren“, hofft der Songschreiber.

So lautet eine Strophe in dem Song „Ich möchte Dich nicht sehn“: „Und Du suchst Dir deinesgleichen. Denn allein bist Du zu klein. Und Du machst Dein Kreuz an die weiße Häuserwand. Ich möchte Dich nicht sehn, ganz allein im fremden Land.“

Wittes Lied ist nicht nur ein Aufschrei der Empörung gegen Rechts. Mit der kostenfreien Veröffentlichung des Musikvideos auf der Internetplattform „You Tube“ unterstützt der Aachener Songwriter auch als „Crowdfunder“, einer Art Spendensammler, ein seiner Meinung nach „bisher einzigartiges Projekt“ von Anis Hamdoun und Maan Mouslli, die 2013 selbst als Flüchtlinge von Syrien nach Deutschland gekommen waren.

In Form eines Dokumentarfilms wollen die beiden Filmemacher andere „Neuankömmlinge“ vorstellen und mehr von den Menschen zeigen, die hinter dem anonymen Begriff „Flüchtling“ stehen. „Durch Spenden soll den beiden eine Entdeckungsreise quer durch Deutschland ermöglicht werden“, wirbt Witte. Dabei wollen die zwei Syrer zahlreiche andere geflüchtete Menschen treffen, die wie sie selbst neu sind in einem Land, das, so Witte, „schwankt zwischen Hilfsbereitschaft und Angst, Willkommenskultur und offener Ablehnung gegenüber den Neuen“.

„Mit ‚Newcomers‘ wollen Anis Hamdoun und Maan Mouslli einen Beitrag leisten zum Verständnis für die Geflohenen und die Gründe, warum sie hier sind“, heißt auf der Webseite der Caritas, die das Filmprojekt trägt.

„Spenden sind herzlich willkommen, wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Michael Witte. Der engagierte Künstler freut sich über die gute Resonanz auf das Video, das dank der Bereitschaft aller Mitwirkenden keinerlei Kosten verursacht hat: „Wir liegen jetzt nach wenigen Wochen bei knapp 4000 Klicks. Das ist für mich überdurchschnittlich viel, auch wenn Grönemeyer mit einer Neuveröffentlichung so viel in zwanzig Minuten holt.“

Unter den vielen positiven Kommentaren unter dem Video auf You Tube waren auch Einträge des bekannten Radiomoderators Frank Laufenberg sowie von Steffi Stephan, Bassist in der Udo Lindenberg Band. Sie bescheinigen Witte, dass er einen „richtig guten Song“ (Stephan) geschrieben habe und, so Laufenberg, dass „da alles dran und drin ist, was man heute rausschreien sollte“.

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