Aachen - Aachener Verkehrsverbund: Fahrpreise steigen diesmal schon im Januar

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Aachener Verkehrsverbund: Fahrpreise steigen diesmal schon im Januar

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
Die Fahrkarten im Aachener Ver Bild: Sven Klein
Aachener Verkehrsverbund will 2,2 Millionen Euro mehr einnehmen. Pendler und Schüler müssen tiefer in die Tasche greifen.

Aachen. Nur acht Monate nach der letzten Fahrpreiserhöhung wird der Aachener Verkehrsverbund (AVV) erneut zulangen. Nicht mehr – wie sonst üblich – zum 1. April, sondern diesmal schon zum 1. Januar 2015 will der AVV seine alljährlichen „Tarifanpassungen“ vornehmen.

Vor allem Zeitkarteninhaber müssen im neuen Jahr tiefer ins Portemonnaie greifen. Mit dem unpopulären Preiserhöhungsritual werden sich Aachens Verkehrspolitiker in der neuen Woche befassen. Während das preiswerteste Einzelticket auch künftig für 1,50 Euro (Kinder 1 Euro) zu kriegen sein wird, müssen sich vor allem Nutzer von Mehrfahrtentickets oder Wochen- und Monatskarten auf steigende Preise einstellen. Auch das Jobticket und das für Schüler wichtige School- und Funticket wird teurer. Letzteres soll ab Januar um 80 Cent auf 26,70 Euro erhöht werden.

Im Schnitt liege die Tarifanpassung bei 2,78 Prozent, hat der AVV errechnet. Damit liege man unter den Preisanpassungen der letzten Jahre – dies aber vor allem deshalb, weil man den Umsetzungszeitpunkt um ein Vierteljahr vorziehe.

Vereinheitlichung angestrebt

Dass die neuen Fahrpreise bereits ab Januar gelten sollen, geht unter anderem auf ein langes Drängen des Landesverkehrsministeriums zurück, das eine Vereinheitlichung in ganz NRW anstrebt. Der AVV orientiert sich damit auch an der Handhabung des benachbarten Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS), mit dem er eine Tarifkooperation plant.

Alles in allem erhofft sich der AVV von der Preiserhöhung im nächsten Jahr Mehreinnahmen von rund 2,2 Millionen Euro, wobei als Begründung stets die steigenden Kosten genannt werden. Neben den Energiekosten schlagen laut AVV insbesondere die Personalkosten stark zu Buche, wobei auch die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst deutlich über den erwarteten Kostensteigerungen liegen würden. Hinzu komme das Problem, dass im Zuge der Energiewende die Gewinne der Stadtwerke einbrechen, mit denen in früheren Jahren die Ausgaben für den Nahverkehr subventioniert wurden. AVV-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen will den Aachener Politikern am Montag die neue Preisstruktur erläutern.

Dass die steigenden Kosten für den öffentlichen Nahverkehr regelmäßig auf die Fahrgäste umgelegt werden, missfällt vor allem den Linken, die diesen Automatismus gerne abschaffen würde. Sie haben zuletzt auch heftig kritisiert, dass die Preissteigerungen stets deutlich über der allgemeinen Inflationsrate liegen. „Wenn wir den öffentlichen Nahverkehr fördern wollen, müssen die Preise stimmen“, meint Linken-Fraktionsgeschäftsführerin Ellen Begolli. Doch politische Mitstreiter haben die Linken für diese Haltung bislang nicht finden können.

So werden die nächsten Fahrpreiserhöhungen auch diesmal aller Wahrscheinlichkeit nach die politischen Gremien passieren. „Das Geld fällt ja nicht vom Himmel“, sagt die verkehrspolitische Sprecherin der CDU, Gaby Breuer. „Uns ist ein gut funktionierender öffentlicher Nahverkehr wichtig, aber wir können die Zuschüsse dafür nicht ins Uferlose wachsen lassen“, meint sie mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. So haben es bislang auch SPD und Grüne gesehen.

Das Semesterticket für die Studenten ist von den Erhöhungen noch nicht betroffen, die Verhandlungen über dessen künftigen Preis werden unabhängig geführt und dauern laut AVV-Sprecherin Birgit Krücken an.

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