Aachener übernimmt Lehrauftrag an Berkley-University

Von: Georg Dünnwald
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Vom Westzipfel zur Westküste: Hermann-Victor Johnen wird sich in Kalifornien mit dem Wirken des Aacheners Adolph Heinrich Sutro befassen, der als Bürgermeister von San Francisco Furore machte. Foto: Ralf Roeger

Aachen/San Francisco. Heute Mittag wird Hermann-Victor Johnen rund 150 Gäste in seinem Laurensberger Haus versammeln. Er feiert Abschied, denn er bricht in Aachen seine Zelte ab, um in San Francisco einen neuen Anfang zu wagen. Dort wird er an der Berkley-University einen Lehrauftrag übernehmen.

Und befasst sich dann überwiegend mit dem Leben und Wirken des ersten jüdischen Bürgermeisters von San Francisco, dem aus Aachen stammenden Adolph Heinrich Sutro.

Denn Sutro ist, obwohl er nur zwei Jahre zwischen 1894 und 1896 die Stadt regierte, nach wie vor einer der populärsten Bürgermeister der Stadt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten tragen den Namen des gebürtigen Öchers.

„Vor 23 Jahren war ich das erste Mal in San Francisco“, erzählt Johnen. Die ehemalige Hippie-Stadt hatte es ihm angetan. „Weltoffene Menschen leben dort“, weiß er. Sogar Nancy Pelosi, die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, hat er kennengelernt. Die hatte damals gerade als vierte Frau im Staat einen für Präsident Bush und vor allem für die „Tea Party“ unliebsamen Aufsatz über die Umayyaden-Moschee in Damaskus/Syrien geschrieben, in der der Kopf von Johannes dem Täufer aufbewahrt werden soll. Das passte den evangelikalen US-amerikanischen Christen natürlich nicht. Ein Prophet, ein Cousin von Jesus, in einer Moschee, unmöglich! Anderen Quellen zufolge wird das Haupt des Johannes in der Kathedrale von Amiens aufbewahrt. Dennoch, die demokratische Politikerin, die seinerzeit den Nahen Osten besuchte, ließ sich nicht beirren.

„Sie kam dann auch mit mir ins Gespräch“, sagt Johnen. Er berichtete Pelosi von der Heiligtumsfahrt in Aachen und auch davon, dass eines der vier sogenannten Heiligtümer das Enthauptungstuch des Johannes sei. „Frau Pelosi zeigte großes Interesse, deshalb wird sie zum Karlsjahr und zur Heiligtumsfahrt im nächsten Jahr vom Dompropst persönlich und schriftlich eingeladen.“

Hermann-Victor Johnen freut sich auf seine neue Aufgabe in San Franciso. „Zunächst ist die Stelle für ein Jahr befristet, es besteht eine Option, die Berufung zu verlängern“, sagt der 58-jährige Betriebswirt, der an der Universität Münster promoviert hat.

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