Aachen - Aachener Tafel startet ihr „Projekt Pausenbrot”

Aachener Tafel startet ihr „Projekt Pausenbrot”

Von: ast
Letzte Aktualisierung:
pause_bu
Freude bei der Aachener Tafel: Vorsitzende Jutta Schlockermann (2. v. l.) nahm die erste Spende für das „Projekt Pausenbrot” in Empfang (v. l. Uli Beckers, Claus-Martin Küster, Matthias Adolphi). Foto: Martin Ratajczak

Aachen. In Aachen gibt es noch immer viel zu viele Kinder, die morgens ohne Frühstück und Pausenbrot in Schule oder Kindergarten kommen. Die Aachener Tafel, die sich seit vielen Jahren bemüht, bedürftige Bewohner der Stadt mit billigen Lebensmitteln zu versorgen, engagiert sich auch auf diesem Gebiet.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs startet das „Projekt Pausenbrot” - neben der ganz praktischen Hilfe geht es darum, die Eltern auf die große Bedeutung einer morgendlichen Mahlzeit hinzuweisen.

Jutta Schlockermann, Vorsitzende der Aachener Tafel, legt großen Wert darauf, dass die Erziehungsberechtigten mitgenommen und animiert werden, die Versorgung der Kinder selbst in die Hand zu nehmen. Andernorts gehen die Tafeln teilweise in die Schulen, um vor Ort Brot und Aufstrich zu verteilen, doch so will man ganz bewusst nicht verfahren, „wir wollen ja nicht pädagogisch tätig werden, wir sind nur die Lieferanten”. Außerdem gehe es darum, die „Eigenverantwortung” der Eltern zu stärken, das sei der „primäre Ansatz” bei der Aktion Pausenbrot.

Inzwischen lagern bei der Aachener Tafel in der Clermontstraße Paletten mit insgesamt 1300 gespendeten Brotdosen, die nun verteilt werden. Dass viele übrig bleiben, ist nicht zu erwarten - in der Kartei der Tafel sind zurzeit 685 Haushalte mit insgesamt 1450 Kindern registriert (Familien mit mehreren Sprösslingen erhalten natürlich auch mehrere Behältnisse, so dass jedes Kind mit einer eigenen Pausenbrotdose ausgestattet werden kann).

Verbindliche Zusage

Da die Tafel jeden Tag das weitergibt, was sie an Spenden erhält, ist es kaum möglich, den Kunden feste Zusagen zu machen. Mit dem Pausenbrot-Projekt soll sich das ändern: Bei der Ausgabe der Dosen will die Tafel verbindlich zusichern, dass sie während des Schuljahrs gefüllt werden.

Das funktioniert natürlich nicht ohne Sponsoren. So konnten sich Julia Schlockermann und ihre Mitstreiter gestern über 400 Packungen Frischkäse freuen, übergeben von einer Aachener Werbeagentur und gekauft aus den Erlösen eines Tippspiels zur Fußball-WM. Agenturchef Claus-Martin Küster: „Wir finden, dass die Pausenbrot-Idee einfach toll ist. Und hoffen, dass wir viele Nachahmer finden.”

Auch bei der Tafel zählt man auf weitere Unterstützung, um die Pausenbrot-Zusage einhalten zu können - jede aufgelöste Skatkasse kann weiterhelfen, jeder noch so kleine Beitrag ist willkommen. Wobei es an Brot nicht mangelt. „Die Aachener Bäcker sind unsere treuesten Spender”, heißt es bei der Tafel, aber es muss ja auch was draufgestrichen werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert