Aachen - Aachener SPD schlägt sich auf die Seite der Alemannia-Sanierer

Aachener SPD schlägt sich auf die Seite der Alemannia-Sanierer

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
Tivoli
Der Aachener Tivoli. Foto: dpa

Aachen. Für die Alemannia fällt Karneval in diesem Jahr aus. Freitagabend spielten die Profikicker noch gegen den Karlsruher SC um Drittligapunkte, am Veilchendienstag steht das Nachholspiel bei Wacker Burghausen an. Außerdem müssen die Vereinsverantwortlichen bis Rosenmontag die Schließung der Liquiditätslücke nachweisen, sonst drohen Punktabzüge.

Doch auch am Fettdonnerstag ging die Arbeit am Tivoli weiter. Während in der Stadt das närrische Treiben ausbrach, empfing Sachwalter Rolf-Dieter Mönning eine hochrangige SPD-Fraktion zum Informationsgespräch.

Nachdem bei der Haushaltsdebatte im Stadtrat vor rund eineinhalb Wochen insbesondere die schwarz-grüne Ratsmehrheit das Finanzgebahren der Alemannia scharf kritisiert hatte, informierten sich der Aachener SPD-Chef Karl Schultheis, Fraktionsvorsitzender Heiner Höfken sowie Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt vor Ort über den Stand der Dinge. Anschließend distanzierten sich die Sozialdemokraten von der Fundamentalkritik von CDU und Grünen und wiesen darauf hin, dass „wie in jedem Insolvenzverfahren die Beteiligten zwischen den Ursachen, also der Vergangenheit, und den Zukunftsaussichten zu unterscheiden haben“. Bei guten Sanierungschancen müsse diese Unterscheidung dazu führen, „sich aktiv an einer Sanierung zu beteiligen“, erklärte Schultheis.

Im Rat hatten Harald Baal für die CDU sowie Ulla Griepentrog für die Grünen hingegen ein städtisches Entgegenkommen – etwa bei der Stadionmiete – kategorisch ausgeschlossen, da sie bei der Stadionumfinanzierung im März bewusst von den damals Verantwortlichen getäuscht worden seien.

Die SPD sieht das nun anders: Wegen der überragenden Werbewirkung der Alemannia dürfe man den Verein nicht „leichtfertig in die Beudeutungslosigkeit unterer Spielklassen versinken lassen“. Zudem mache es „betriebswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn, eine ungenutzte Spielstätte für viel Geld zu sichern und zu unterhalten“. Schultheiß fordert stattdessen: „Auf dem Tivoli muss weiter Fußball in der höchstmöglichen Klasse gespielt werden, um die Kosten auf längere Sicht, als zunächst geplant, zu amortisieren.“ Für die Alemannia müssten Nutzungsbedingungen entwickelt werden, die ihrer Lage angepasst seien, sagte der SPD-Chef mit Blick auf die Stadionmiete. „Notfalls sollte in einem Bürgerentscheid geklärt werden, in welcher Weise die Stadt die Sanierung der Alemannia unterstützt.“

Und weiter heißt es in Schultheis‘ Erklärung: „Die derzeit Verantwortlichen verdienen jede Unterstützung. Sie in einem Atemzug mit möglichen für die Misere verantwortlichen Personen früherer Organe zu nennen, ist völlig verfehlt.“ Genau dies hatte Alemannia-Sprecher Holger Voskuhl Baal und Griepentrog nach deren Kritik im Stadtrat vorgeworfen.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert