Aachener sind klar für Gauck

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Sechs von acht Stimmen aus Aachen gehen am 18. März an Joachim Gauck. Der breite politische Konsens, mit dem der Bürgerrechtler für das höchste Amt im Staat nominiert wurde, spiegelt sich somit auch deutlich in der Stimmenverteilung der Delegation aus Aachen wider, die in zwei Wochen zur Bundesversammlung nach Berlin reisen wird.

Für die CDU kündigten Rudolf Henke und Armin Laschet diesmal ihre Unterstützung an, nachdem sie vor anderthalb Jahren noch für Wulff gestimmt hatten. „Ich schätze ihn sehr”, sagt Aachens Parteichef Laschet, der den Bürgerrechtler Gauck bereits 1993 nach Aachen eingeladen hatte und seitdem Kontakt zu ihm hält. Auch bei seiner Vorstellungsrunde in der Bundestagsfraktion habe Gauck einen „sehr guten Eindruck” hinterlassen, sagt der Bundestagsabgeordnete Henke. „Ich kann ihn gut wählen.”

Auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Petra Müller wird diesmal „ganz sicher” für Gauck stimmen. Anders als bei der Wulff-Wahl im Juni 2010 geht sie diesmal davon aus, dass der Kandidat bereits im ersten Wahlgang die nötige Mehrheit findet. Das würde ihren Arbeitstag deutlich verkürzen: „Ich habe die Ehre, wieder Schriftführerin zu sein.”

Derweil können sich die Delegierten von SPD und Grünen bestätigt fühlen: Schon 2010 waren Ulla Schmidt, Karl Schultheis (beide SPD) und Reiner Priggen (Grüne) für den gemeinsamen Kandidaten Gauck. In seinen Reden fühlt sich Schmidt an Johannes Rau erinnert. „Er spricht brillant, fast philosophisch, und ist doch für jeden verständlich”, schwärmt sie. Schultheis ist überzeugt, dass Gauck verlorenes Vertrauen in das Amt des Bundespräsidenten wieder herstellen kann. Priggen, der in seiner fünften Bundesversammlung bereits als alter Hase bei der Präsidentenwahl gelten kann, gibt sich siegesgewiss: „Diesmal kriegen wir ihn durch.”

Das ahnen auch Andrej Hunko und Sylvia Gabelmann, die von den Linken zur Bundesversammlung entsandt werden und die als einzige Aachener Vertreter für Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld stimmen werden.

Sie setze ein starkes Signal für den Antifaschismus, für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte und die konsequente Verfolgung von Nazis, sagt Hunko. Da verzeihe man ihr sogar, dass sie sich im französischen Wahlkampf für den französischen Konservativen Nicolas Sarkozy einsetzt. Gauck könne sie nicht wählen, sagt Gabelmann, stellvertretende Landessprecherin der Linken, weil er Bewegungen lächerlich mache, die sich gegen soziale Kürzungen einsetzen.
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