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Aachener Jugendliche greifen früh zu Drogen

Von: Martina Stöhr
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Aachen. Aachener Jugendliche greifen ein Jahr früher zu Alltagsdrogen als der Bundesdurchschnitt. Das ist ein erstes Ergebnis einer stichprobenartigen Erhebung, die die Katholische Fachhochschule (Katho) an Aachener Schulen durchgeführt hat.

Danach nehmen die Schüler mit 12 Jahren zum ersten Mal Alkohol zu sich, mit 13 rauchen sie ihre erste Zigarette und mit 14 zum ersten Mal Cannabis.

Über acht Prozent der zwischen Elf- und Zwölfjährigen gab an, in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Alkohol getrunken zu haben. Und mehr als die Hälfte der Schüler der 12. Klassen hat schon einmal Cannabis geraucht.

Laut Prof. Ute Antonia Lammel vom Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung der Katho unterstreichen diese ersten Forschungsergebnisse einmal mehr die Bedeutung der Prävention. Deshalb lädt auch die Katho im Rahmen der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte” (vom 16. bis 25. November) in ihre Räume an der Robert-Schuman-Straße 25 ein, um aufzuklären und zu informieren.

Am Donnerstag, 17. November, ist um 16 Uhr eine Aktion „Rausch (ohne) Mittel” mit Christian Kurze geplant. Um 18 Uhr spricht Prof. Lammel über „Das Jugendalter - Entwicklungsverläufe und Suchtgefahren” und Pit Schlimpen von der Aachener Suchthilfe hält einen Vortrag zum Thema „Tyrannosaurus Kids - wenn Jugendliche zu viel Macht haben”.

Große Gefahren

Am Freitag, 18. November, gibt es um 11.30 Uhr eine Lesung mit Jörg Böckern „Lass mich die Nacht überleben”. Alle Veranstaltungen finden im großen Hörsaal in der ersten Etage statt.

Das frühe Einstiegsalter in die Welt der Alltagsdrogen birgt laut Prof. Lammel große Gefahren. Denn gerade in der Pubertät strukturiere sich das Gehirn neu und neue Verhaltensmuster würden langfristig einstudiert.

Ein weiterer Risikofaktor seien konsumierende Freunde. Um die Jugendlichen dennoch vor der Gefahr zu schützen, seien die Einbindung in traditionelle Milieus und ein guter Kontakt zum Elternhaus wichtig. Problematisch sei weniger, dass ein Jugendlicher ein Mal zu viel Alkohol konsumiere, sondern vielmehr, dass es danach keine Auseinandersetzung mit dem Thema gebe, so Lammel. Sie stellt sich auch die Frage, warum die Jugendlichen so früh in die Alltagsdrogen einsteigen.

Einen Grund sieht sie im Wandel der Familienstrukturen und dem Leistungsanspruch. „Wir sind so stolz auf unseren frühreifen Kinder”, sagt sie und sieht gerade hier das Problem. Denn damit übernähmen die Jugendlichen auch früh erwachsene Verhaltensweisen und Konsummuster. Sie sieht die Eltern weiterhin in der Pflicht. „Sie sind als Vorbilder und Maßstab für das eigene Handeln wichtig und bleiben es auch in der Pubertät”, meint Lammel. Wichtig sei auch, die Gleichaltrigen in den Prozess der Vorbeugung einzubinden.
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