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Aachener Hausärzte wollen eigene Verträge

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Fürchten das Ausbluten der hausärztlichen Praxis: Allgemeinmediziner Rainer Kötzle (links) und Andreas Scheid rufen mit ihrem Hausärzteverband zum Protest gegen die kläglichen Fallhonorare auf. Foto: Harald Krömer

Aachen. In der Ärzteschaft rumort es bundesweit, nur in Bayern und Baden-Württemberg herrscht nach neuen Vereinbarungen mit den Kassen Ruhe. Mit dem Gesundheitsfonds ab Januar 2009 versprach die Bundesregierung der Ärzteschaft eigentlich mehr Mittel. Doch ganz „unten” kommt trotz höherer Beiträge immer weniger Geld an, was insbesondere die Hausärzte beklagen.

In Aachen läuft jetzt eine Aktion der Ärzte an, die vor Ort die Grundversorgung gewährleisten sollen. Sie fühlen sich insbesondere von ihren „Kassenärztlichen Vereinigungen” (KV) düpiert. Ihre Klage: Trotz höherer Mittel im Gesamttopf werde die Ärzteschaft mit weniger Honoraren versorgt.

Zwei Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft Aachener Hausärzte” (A.G.A.H.), der Vorsitzende Andreas Scheid und Vorstandsmitglied Rainer Kötzle, erklärten gegenüber den „Nachrichten” die Aktion, an der sich ebenso der „Hausärzteverband Nordrhein” beteiligt. Mit tätiger Mithilfe ihrer „Kunden” wollen sie eines erreichen: „Wenn die Patienten ihre hausärztliche Versorgung erhalten wollen”, so Praktiker Kötzle, „sollten sie uns bei unserer Forderung nach angemessenen Honoraren unterstützen!”

Formulare im Wartezimmer

Die Allgemeinmediziner müssen, niemand weiß genau warum, zum Beispiel im Bereich der KV Nordrhein jetzt mit einer Individualpauschale von etwa zwölf Euro pro Monat und Patient auskommen - exakt 35.68 Euro im Quartal. „Das ist zu wenig”, erklärt Scheid, „darin sind alle Leistungen wie EKG, Wundversorgung, Hausbesuche und anderes enthalten.” Das reiche hinten und vorne nicht.

Etwa 30 Euro pro Monat und pro Patient sei das Mindeste, was die Ärzte für eine vernünftige Behandlung bräuchten. Deshalb liegen nun in den Wartezimmern Vordrucke aus mit der Anrede „An meine Krankenkasse!”. Die Patienten fordern darin mit ihrer Unterschrift die gesetzlichen Kassen, die schließlich die Leistungen bezahlen müssen, dazu auf, mit den Hausärzten unter Umgehung der Kassenärztlichen Vereinigungen eigene Verträge abzuschließen.
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