Aachen - Aachener Grundschulen für Inklusion gut aufgestellt

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Aachener Grundschulen für Inklusion gut aufgestellt

Von: Martina Feldhaus
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Wie sind die Grundschulen für das Schuljahr 2014/15 aufgestellt? Schulamtsdirektorin Ulla Roder hat den fachlichen Überblick – und sieht Aachen insgesamt auf einem guten Weg.

Aachen. Für die Inklusion sind die Grundschulen in Aachen im kommenden Schuljahr gut gerüstet. Jedenfalls, wenn man Ulla Roder fragt. Und sie muss es wissen: Roder ist Schulrätin in Aachen und als solche zuständig für alle Grundschulen im Stadtgebiet.

Sie sagt: „Die Ressourcen stimmen, ich bin zuversichtlich, dass die Schulen diese Aufgabe so gut meistern können.“ Ressourcen: Das sind in Schulsprech die zusätzlichen Lehrerstellen, die Ulla Roder für das „Gemeinsame Lernen“ (GL) verteilen darf.

Im kommenden Schuljahr, das in eineinhalb Wochen beginnt, werden es 44 GL-Lehrer sein, die an die GL-Grundschulen in Aachen kommen. Roder: „Wir konnten die Schulen gut ausstatten. Das hat uns sehr beruhigt“.

Ein Drittel dieser Lehrer, so die Schulrätin, seien originäre Förderlehrer, also solche, die Sonderpädagogik studiert haben. Zwei Drittel seien Grundschullehrer, die sich mit einer Zusatzqualifikation zu Sonderpädagogen haben weiterbilden lassen. Diese Möglichkeit gibt es in der Bezirksregierung Köln seit 2012. Anfangs lief das Programm für die Quereinsteiger eher schleppend an, mittlerweile aber habe sich rumgesprochen, das sich so eine berufsbegleitende Nachqualifizierung lohnt.

„Es wird wegen der Inklusion immer weniger reine Grundschullehrerstellen geben. Das wird vielen langsam bewusst“, erklärt Roder. „Eine sonderpädagogische Qualifizierung lohnt sich also – für die Berufschancen und auch beim Gehalt.“ In Aachen stehen bereits jetzt zwei weitere Grundschulen in den Startlöchern, GL-Schule zu werden: die Annaschule und die Schule am Haarbach.

Insgesamt sieht Ulla Roder die Grundschulen in der Stadt besser für die Inklusion aufgestellt als noch vor einem Jahr. „Die Aufgaben werden immer vielfältiger, die Kollegien multiprofessioneller: Aachen ist auf einem guten Weg.“

Aber nicht nur das gemeinsame Lernen von Kinder mit und ohne Förderbedarf ist eine der großen Herausforderungen im Bereich Grundschule. Ein für viele Schulleiter, Lehrer und Eltern leidiges Thema ist die Mindestgröße von Schule. Immer mehr Grundschulen erreichen die gesetzlich geforderten Anmeldezahlen nicht oder nur schwer. Die Folge: Standorte sind gefährdet. „Da muss man mitunter mutige Entscheidungen treffen“, sagt Ulla Roder. „Denn klar ist: Die Betroffenen sehen ihre Schule und wollen sie erhalten. Wir versuchen da gute Lösungen zu finden, um eine wohnortnahe Beschulung zu ermöglichen.“

Die sind in einigen Fällen auch schon auf den Weg gebracht. Beispiel KGS Horbach (aktuelle Schulanfängerzahl: 17): „Die Schule kann nur dann Bestand haben, wenn jahrgangsgemischte Klassen aufgebaut werden“, sagt Roder. Also Kinder der ersten bis vierten Klasse gemeinsam lernen. In Planung ist das bereits, im Schuljahr 2015/2016 soll es damit losgehen. Bereits nach diesen Sommerferien steigt Horbach in einen Schulverband mit der GGS Richterich ein.

Beispiel Mataréstraße: Dort werde die katholische Grundschule auslaufend geschlossen. Sie verbindet sich aber gleichzeitig mit der ebenfalls dort ansässigen Montessori-Grundschule. Roder: „Das war ein langer Prozess, der von beiden Seiten gewollt war. Hier mache ich mir keine Sorgen, das wird gelingen.“

Mehr Sorgen bereitet der Schulrätin die Grundschule in der Barbarastraße (aktuelle Schulanfängerzahl: 18). Sie hat schon seit längerem mit schwindenden Schülerzahlen zu kämpfen. „Bei den Eltern im Umfeld muss nachhaltig geworben werden, dass sie ihre Kinder dort anmelden“, sagt Roder.

Betrachtet Ulla Roder aber die ganze Stadt Aachen, ist sie mit der „Klassenfrequenz“ ziemlich zufrieden. Rechnerisch komme sie fast an die durchschnittlichen 24 Schüler pro Klasse – das gesetzliche Optimum – ran. „Ich sehe keinen Standort real gefährdet“, lautet ihr Fazit. Äußerst positiv sieht‘s auch bei den Schulleiter-Stellen aus: Lediglich eine Vakanz gibt in der Gemeinschaftsgrundschule Am Haarbach, aber ein aussichtsreicher Nachfolger ist bereits im Bewerbungsverfahren.

Eine Schule wird kommissarisch geleitet – wegen einer längeren Krankheit der Schulleiterin. Sonst sind alle Stellen besetzt. Roder: „Insgesamt ist die Stadt komfortabler aufgestellt als der Altkreis. Sie ist attraktiver für Lehrernachwuchs, die Strukturen sind vorteilhafter.“ Die Schulrätin freut sich auf das neue Schuljahr.

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