Aachen - Aachener Friedenspreis kritisiert Bundeswehr an Schulen

Aachener Friedenspreis kritisiert Bundeswehr an Schulen

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Aachen. Der Aachener Friedenspreis geht davon aus, dass die Bundeswehr mit Ende der Wehrpflicht noch stärker als bisher an Schulen um Nachwuchs wirbt.

Unter dem Deckmantel von Informationsveranstaltungen werbe die Bundeswehr schon jetzt massiv um Nachwuchs. „Mit Aussetzung der Wehrpflicht und Umstrukturierung hat die Bundeswehr ein riesiges Rekrutierungsproblem”, sagte der Militarismus-Fachmann beim Friedenspreis, Gerhard Diefenbach, am Mittwoch in Aachen. Die Wehrpflicht soll ab 1. Juli nur noch als theoretische Option im Grundgesetz stehen.

Der Friedenspreis und 14 weitere Friedensorganisationen fordern die Politik in Stadt und Städteregion auf, sich für den Ausschluss der Bundeswehr an Schulen einzusetzen. Falls die Schulleitung die Bundeswehr trotzdem einlade, könnten sich Eltern wehren und für ihre Kinder Ersatzunterricht beantragen.

Die Bundeswehr behaupte zwar, neutral zu informieren und nicht als Nachwuchswerber aufzutreten. Aus vielen Gesprächen mit Jugendlichen ergebe sich aber, dass die Soldaten ein geschöntes Bild vom Kriegsgeschehen vermittelten und Vorteile und Vergünstigungen werbend betonten. Die Bundeswehr sei kein Betrieb wie jeder andere, sondern auf Krieg, Gewalt und Tod ausgerichtet, sagte Diefenbach.

Nach einer Erhebung der Informationsstelle Militarisierung habe die Bundeswehr 2009 bei Werbeautritten in Schulen 700.000 Jugendliche erreicht.
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