Aachener Chaostheater zeigt schwieriges Thema: „American History X“

Von: Nina Krüsmann
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Geschichte über Neonazismus und Rassismus: Das Chaostheater bringt „American History X“ auf die Bühne. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Einmal mehr ein „heißes Eisen“ packt das Aachener Chaostheater unter der hervorragenden Regie von Reza Jafari an: Es geht um Rassismus, um das Abdriften junger Menschen in die Neonaziszene. „Wir spielen ein Stück gegen Rassismus, der die Wurzel von Krieg ist. Neonazismus ist eine Form von Rassismus“, erklärt Jafari, der seit 40 Jahren Erfahrungen in der Theaterarbeit hat.

Die westliche und östliche Kultur auf der Bühne zusammenzubringen, Verständnis und Austausch in der interkulturellen Theatergruppe zu fördern, das liegt ihm am Herzen.

Erzählt wird in „American History X“ nach der Vorlage von David McKenna die Geschichte der beiden Vinyard-Brüder an einem Tag in der amerikanischen Kleinstadt Venice Beach. Der ältere Bruder Derek (gespielt von Armin Schoof), die frühere Leitfigur der örtlichen Neonaziszene, wird aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er dort eine dreijährige Haftstrafe wegen Mordes an zwei Autodieben verbüßt hat.

Als er zu seiner Familie und in sein altes Umfeld zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein jüngerer Bruder Danny (Tobias Tillmann) mittlerweile fest in der rechtsextremistischen Szene verankert ist. In zahlreichen Rückblenden gewinnt das Publikum Einblicke in die Vergangenheit der beiden Brüder.

Besonders emotional gerät die Szene im Gefängnis, in der Mutter Doris (Doro Köhn) Derek besucht und ihm erzählt, dass auch sein Bruder in die Neonaziszene abzurutschen scheint. „Für Danny bist Du der Größte. Er erinnert mich immer mehr an dich“, stellt Doris erschrocken fest. Sie befürchtet, dass ihr Zweitgeborener auf die gleiche falsche Bahn gerät.

Szenenwechsel. In der Schule hat Danny einen Aufsatz über Hitlers „Mein Kampf“ geschrieben. Die Lehrer sind entsetzt. Ein Lehrer will mit ihm nun eine tägliche Einheit „American History X“ durchgehen, trägt ihm als Hausaufgabe einen Aufsatz über seinen Bruder Derek auf. Er soll analysieren und interpretieren, wie es zu dessen Inhaftierung gekommen ist.

Imposant ist im zehnten Jahr der Theatergruppe aus dem Ostviertel einmal mehr die Bühnengestaltung: Hinter einem Vorhang gibt es Schattenspiel, davor ist das Podest für die Musiker Pascal Fricke und Thomas Hoffmann sowie Sängerin Lucy Schröder. Der Boden ist wie ein Schachbrett aufgebaut, auf dem die Schauspieler agieren.

Gefördert wird das Theaterprojekt vom Bundesministerium für Familie und ist Teil der Aktion Toleranz fördern, Kompetenz stärken und des Lokalen Aktionsplans gegen Rechts.

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