Aachener CDU feiert Liebling zu Guttenberg

Von: Wolfgang Schumacher
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Direkt bei der Ankunft in der „Mayerschen” musste Verteidigungsminister zu Guttenberg einer bekannten Autogrammjägerin Tribut zollen und ihr eine Schriftprobe abliefern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gespannte Gesichter warteten am Dienstag ab 14 Uhr im „Forum M” der „Mayerschen”, viel junges Volk hatte den Weg in die Bel Etage der gläsernen Buchhandlung gefunden.

Die Aachener CDU baute im Wahlkampf auf hochkarätige Berliner Prominenz als Unterstützung für ihre Landtagskandidaten Rolf Einmahl und Armin Laschet und gut 300 Interessierte füllten erwartungsfroh den Saal. Gegen 15 Uhr kam der einstige Shooting-Star der deutschen Politik, der mittlerweile durch mächtige Politik- wie Medien-Gewitter gestählte Minister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Der mit 38 noch junge Bayer ist und bleibt Hoffnungsträger der gesamten Union, das merkte man überdeutlich an dem sehr langen und sehr herzlichen Applaus nach seiner knapp einstündigen Rede . Verteidigungsminister zu Guttenberg gilt nicht umsonst als Supermann der Union. Das war sofort klar nach seinem Auftritt: Mit Sinn für Humor und den Blick für die Werte der einfachen Menschen sammelte er Punkt um Punkt. Im modernen und gemütlichen Forum der Mayerschen kam der Verteidigungsminister schnell auf Touren, streute desöfteren situativen Humor ein, lachte dabei selbst frei von der Leber weg.

So musste zu Guttenberg mitten in einer absolut ernsten Redepassage über zunehmende Terrorbedrohung und die aktuelle Situation in Afghanistan spontan schmunzeln, als ihm ein Glas Wasser für die Stimmbänder ans Rednerpult gestellt wurde. Er nahm das Glas, schaute es an, tat dann dem Auditorium kund: „Manchmal war es hier im Norden üblich, mir morgens schon ein Glas Bier hinzustellen”, lachte er und kokettierte mit dem legendären Ruf der Bayern, zu jeder Tageszeit offen für ein Weißbier zu sein.

Der Minister beschwor natürlich die Werte der Union, ging beispielsweise auf den anlässlich der Vereidigung der neuen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) erneut aufgeflammten Kruzifix-Streit ein, bekannte wie selbstverständlich: „Ich bin für Kruzifixe in den Schulen.” Einfach so stehen lässt er solche Statements allerdings nicht. Denn gerade bei jenem sensiblen Thema der sinnfälligen Schaustellung christlicher Werte begann er, standfeste Charaktere in der Politik mit der Eigenschaft zu loben, auch mal gegen den Mainstream zu rudern, eine jener Tugenden, die er heutzutage weitgehend verschüttet sieht. Dazu gehöre eben auch angesichts einer hektischen und täglich schnelleren Medienlage „eine Meinung hart durchzuhalten”. Das werde immer schwieriger , erkannte zu Guttenberg, sicherlich nicht zuletzt auch wegen seiner wechselnden Äußerungen nach dem Beschuss des Tanklastzuges nahe Kunduz.

Verständnis habe er im übrigen auch für Leute, die über den Afghanistan-Einsatz diskutieren wollen - wie eben jene rund 20 Demonstranten, die sich vor der Mayerschen mit Plakaten postierte hatten und den Rückzug der deutscher Soldaten forderten. Doch jetzt den Terrorkräften das Feld zu überlassen, komme gar nicht in Frage. In Aachen jedenfalls traf der Verteidigungsminister mit seinen Ansichten das Herz der hiesigen Union.

Dem Parteivorsitzenden Armin Laschet war mit diesem Auftritt ein kleiner Coup gelungen: „Der Minister”, so Laschet, „hat nur wenige Stationen in NRW. Er kommt von Düsseldorf sofort nach Aachen. Ich habe ihn gefragt, und er hat sofort zugesagt.” Tatsächlich bekam der in der Union oftmals für „moderne” Positionen bekannte Laschet ein dickes Lob vom CSU-Mann: „Rüttgers und er haben eine hervorragende Politik gemacht.” Dann musste Superstar zu Guttenberg mit den jungen Damen der Union aufs Gemeinschaftsfoto und jede Menge Autogramme geben.
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