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Aachener Bushof wird ab sofort videoüberwacht

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
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Beobachtung aus der Ferne: Die Bilder der sieben Kameras rund um den Bushof kommen in der Hauptwache Im Mariental an. Dort sichtet sie ein extra geschulter Beamte. Zur Vorstellung schaut auch NRW-Innenminister Ralf Jäger mit auf die Bildschirme. Foto: Harald Krömer
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Beobachtung aus der Ferne: Die Bilder der sieben Kameras rund um den Bushof kommen in der Hauptwache Im Mariental an. Dort sichtet sie ein extra geschulter Beamte. Zur Vorstellung schaut auch NRW-Innenminister Ralf Jäger mit auf die Bildschirme. Foto: Harald Krömer
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Beobachtung aus der Ferne: Die Bilder der sieben Kameras rund um den Bushof kommen in der Hauptwache Im Mariental an. Dort sichtet sie ein extra geschulter Beamte. Zur Vorstellung schaut auch NRW-Innenminister Ralf Jäger mit auf die Bildschirme.

Aachen. Die Videoüberwachung am Bushof ist scharf geschaltet. Damit ist Aachen der mittlerweile siebte Standort in Nordrhein-Westfalen (NRW), an dem die Kameraüberwachung nun umgesetzt worden ist. Sieben Kameras fangen ab sofort den Fußgänger- und Straßenverkehr am Kriminalitätsschwerpunkt im Bereich von Peterstraße, Blondelstraße, Kurhausstraße, Peterskirchhof und im Innenbereich des Bushofs ein.

Zunächst ist die Videobeobachtung auf ein Jahr begrenzt. Die Technik sieht aus, wie der Laie sich das wahrscheinlich vorstellt: Außenkameras, sieben Stück, die meisten schwenk- und zoombar, und zwei Bildschirme in einem kleinen Raum in der Polizeihauptwache Im Mariental, auf denen die Bilder ankommen – auf dem rechten eine Übersicht mit kleinen Vorschaubildern aller Kameras, auf dem linken das große Bild einer Kamera, die ein extra geschulter Polizeibeamte auswählt.

Und der kann, wenn er will, richtig nah ranzoomen. Von einer Totalaufnahme eines Bereichs, das demonstriert Polizeioberkommissar Oliver Knops am Freitagmorgen mit einem kleinen Joystick, bis zur Kontrolle der Rasur eines Polizeibeamten, der gerade auf Streife ist, geht alles. Beobachtet er am Bildschirm eine Situation, die das Eingreifen der Polizei nötig macht, sollen Einsatzkräfte innerhalb weniger Minuten vor Ort sein.

Private Bereiche ausgegraut

Und das wird am Bushof nötig sein. Ob Taschendiebstähle in den Wartebereichen für Busfahrgäste, Körperverletzungen oder Raubtaten vor der Großdiskothek oder im Umfeld der Spielhallen und Wettbüros – das Pflaster ist in dieser Hinsicht berüchtigt. Die Straßenkriminalität am Bushof nahm von 2014 auf 2015 um 23 Prozent zu, 2016 erneut um sechs Prozent.

Was Knops und seine extra für die Beobachtung an den Bildschirmen geschulten Kollegen nicht sehen können ist, was hinter Fenstern zu nichtöffentlichen Räumen vor sich geht. Entsprechende Bereiche sind – NRW-Innenminister Ralf Jäger und Polizeipräsident Dirk Weinspach stellten das bei der Vorstellung am Freitag extra noch einmal heraus – ausgegraut und somit automatisch vor neugierigen Blicken geschützt. Mit der Überwachung wolle man den Staat sicherer machen, aber nicht auf einen Überwachungsstaat hinsteuern, erklärte Jäger. Die Aufnahmen der Kameras werden 14 Tage lang gespeichert und anschließend gelöscht, sofern sie nicht zu Ermittlungen noch benötigt werden.

Knops und seine Kollegen werden auch nicht ständig beobachten. Die Kameras sind zu den tatintensiven Zeiten auf Empfang. Wann die sind: Helmut Lennartz, Leiter der Direktion Einsatz und Gefahrenabwehr in Aachen, will diese Information nicht öffentlich kommuniziert wissen. Er bittet um Verständnis. Werden Beamte allerdings auf Gefahrenlagen oder Situationen aufmerksam, die ihnen suspekt erscheinen, ist die Anlage innerhalb von 20 Sekunden eingeschaltet und übermittelt Bilder.

Die Videobeobachtung an besonders kriminalitätsträchtigen Orten war in einem 15-Punkte-Plan der NRW-Landesregierung angekündigt worden mit dem Ziel, einerseits das Sicherheitsgefühl der Menschen weiter zu stärken, und andererseits die Kriminalitätsbekämpfung an neuralgischen Orten ausgewählter Städte zu intensivieren. Nach Kamerabeobachtung in Düsseldorf und Mönchengladbach waren weitere Kameras in Köln, Dortmund, Duisburg und Essen installiert worden. Aachen ist nun die siebte Stadt, in der die Videobeobachtung an den Start gegangen ist.

Nach dem ersten Jahr soll dann evaluiert werden, wie sich die Fallzahlen entwickelt haben. Theoretisch besteht die Möglichkeit – sollte die Straßenkriminalität im beobachteten Bereich des Bushofs massiv sinken – die Maßnahme zu beenden und die Kameras dauerhaft abzuschalten. Wirklich damit zu rechnen ist am Ende des ersten Jahres jedoch nicht. Denn auch wenn es an dem Kriminalitätsschwerpunkt ruhiger werde, müssten diese Ergebnisse gesichert werden, erklärt Lennartz.

Elisenbrunnen wird Referenzort

Am Elisenbrunnen war vor etlichen Jahren bereits eine Videoüberwachung eingerichtet worden, weil die Straßenkriminalität in diesem Bereich zuvor gestiegen war. Zwei Jahre später wurden die Kameras dort aber wieder abgeschaltet, nachdem die Fallzahlen gesunken waren. Der Elisenbrunnen soll für das kommende Jahr nun als Referenzort dienen. Das bedeutet, die Fallzahlen zu bestimmten Delikten wird man genau im Blick behalten, um erkennen zu können, ob sich die Straßenkriminalität einfach nur verlagert.

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