Aachen sucht neue Impulse für die Gründerszene

Von: Rolf Hohl
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Tim Leberecht, Günther Schuh und Udo Schloemer diskutierten auf Einladung von Thomas Mathes (v.r.) über die Frage „Nutzt Aachen eine große Chance?“ Bernd Büttgens (l.) moderierte.

Aachen. Um Einblicke in eine ganz andere Welt zu bekommen, muss man nicht immer weit reisen. Im Rahmen von „Future Lab Aachen“ diskutierten am Mittwochabend im Möbelhaus Mathes am Büchel Vertreter aus Wirtschaft und Forschung die Zukunftschancen des Wirtschaftsstandorts Aachen.

Als Vorbild musste dabei oft das Silicon Valley in Kalifornien herhalten, dem Sitz bedeutender weltumspannender Technologieunternehmen.

Tim Leberecht, der seit 14 Jahren in den Vereinigten Staaten lebt und sich im Umfeld des Silicon Valley bewegt, zeigte sich etwa besorgt darüber, dass Europa immer mehr zu einem „Vertriebsland“ von Innovationen werde, statt selbst mehr hervorzubringen. Als ein entscheidendes Kriterium für ein funktionierendes Umfeld und neue Geschäftsideen nannte er etwa die physische Nähe von Entscheidungsträgern. Auch die äußeren Anforderungen an neue Produkte im zeitgenössischen Marktumfeld hob er hervor: „Design ist in den vergangenen Jahren zum entscheidenden Kriterium geworden, wie man etwa am Erfolg der Apple-Produkte beobachten konnte“, sagte er.

Auf der Höhe der Zeit?

Obwohl es auch in Deutschland eine muntere Gründerszene gebe – wie beispielsweise in Berlin – so finde sich dennoch unter den zehn wertvollsten Start-Up-Unternehmen kein einziges deutsches. Die Bundesrepublik sehe er eher als Land der etablierten Großkonzerne, die teilweise schon auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken könnten. Diese müssten sich aber immer wieder die Frage nach der eigenen Fähigkeit stellen, mit der Zeit zu gehen und genügend Innovationen hervorzubringen.

Große Industrieunternehmen können aber auch ein Andockpunkt für Firmengründer sein, wie das Beispiel von Günther Schuh zeigt. Bereits seit der Gründung seines Unternehmens e.GO Mobile arbeitet der Ingenieur und RWTH-Professor mit Bosch an der Entwicklung eines Elektrofahrzeugs. In diesem Monat vereinbarte er eine Kooperation, wonach der Industriekonzern sein Werkstattnetzwerk künftig für den Unterhalt der Fahrzeuge zur Verfügung stellen wird.

Einige Anregungen aus dem kalifornischen Erfindertal sind aber auch in der Kaiserstadt schon angekommen, etwa gemeinsame Arbeitsräume mit vorhandener Infrastruktur, in die sich junge Unternehmen einmieten können. Ganz nach dem Vorbild der Factory in Berlin, die deren Gründer und CEO Udo Schloemer vorstellte. Nur sei man in der Hauptstadt schon einige Schritte weiter: Neben Arbeitsplätzen werden den Mietern dort auch Rechtsanwälte und Steuerberater vermittelt und es gibt zudem diverse Freizeitangebote. Nach diesem Vorbild könnten schließlich auch in Aachen noch mehr solcher Arbeitsräume entstehen und die Gründerszene weiter beleben.

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