Aachen - Aachen stellt Spielregeln für die WM auf

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Aachen stellt Spielregeln für die WM auf

Von: Holger Richter
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Der Ball rollt - auch beim „Public Viewing” im Kapuzinerkarree, wo gestern mehrere hundert Fußballfans das Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko anschauten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Ball rollt. In Südafrika. Und auch in Aachen. Püntklich zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft haben am Freitag viele, viele Gastwirte wieder ihre Leinwände aufgebaut und ihre Fernseher rausgestellt.

Der mit 23 Quadratmetern größte „Fernseher” stand dabei mit Sicherheit im Kapuzinerkarree, wo am Nachmittag mehrere hundert Fußballfans - unter ihnen überraschend viele Mexikaner - das 1:1 zwischen Südafrika und Mexiko im Eröffnungsspiel live miterlebten.

Fröhlich und friedlich feierten sie den Beginn der WM und merkten vermutlich gar nicht, dass sie an einem „dezentralen Public Viewing” teilnahmen.

Dazu zählen Polizei und Ordnungsamt nämlich neben dem Rudelgucken im Kapuzinerkarree auch sämtliche Fernseher, Bildschirme und Leinwände in der Außengastronomie wie etwa in der Pontstraße oder im sonstigen Stadtgebiet. Und dafür haben Stadt und Polizei Spielregeln aufgestellt, die sie am Freitag der Öffentlichkeit vorstellten.

Dabei unterscheidet die städtische Rechtsdezernentin Annekathrin Grehling drei Bereiche: zentrales Public Viewing, das schon erwähnte dezentrale Gemeinschaftsgucken und privates WM-Schauen. In der Außengastronomie setze man auf ein Konzept der Duldung, mit dem man schon bei der Europameisterschaft 2008 gute Erfahrungen gemacht habe.

Im Klartext: „Grundsätzlich darf jeder Gastwirt seinen Fernseher von drinnen nach draußen stellen”, so Grehling, „aber 20 Minuten nach Spielende heißt es: Ton abdrehen!” Außerdem sollten die Gastronomen Einfluss auf ihre Gäste nehmen, das anschließende Feiern nicht zu übertreiben, „um auch Anwohnern und Nachbarn die Chance zu geben, wieder zum Alltag zurückzukehren”, erläutert die Rechtsdezernentin. Das gelte auch für den Einsatz der gefürchteten Vuvuzela-Tröten. Der sei zwar nicht von vorneherein verboten, aber um Rücksicht werde schon gebeten.

Sollte dieses Duldungskonzept nicht greifen, oder aber auch der Jugendschutz - kein Alkohol an Unter-16-Jährige, bis 18 Jahre nur Wein oder Bier - nicht beachtet werden, dann würden die entsprechenden Konsequenzen gezogen. Und die beschreibt Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke so: „Dann ist die WM in der betreffenden Gaststätte vorbei.”

Beim privaten Fußballgucken sowie bei Siegesfeiern innerhalb oder außerhalb der eigenen vier Wände gelte ähnliches, so Grehling: Feiern ja, übertreiben nein. „Und auch beim Fernseher im Garten gilt: 20 Minuten nach Spielende bitte den Ton ausschalten.”

Etwas anders liegen die Spielregeln beim „zentralen Public Viewing”, das auf dem Markt zu allen Spielen der deutschen Mannschaft sowie am 24. Juni bei der Partie Kamerun gegen die Niederlande stattfinden wird. „Dort wird es Einlasskontrollen geben wie an Fettdonnerstag”, kündigt Fröhlke an. Verboten seien Glasflaschen, Schnaps, Alkoholmischgetränke und „natürlich Waffen und Feuerwerkskörper”, fügt Grehling hinzu.

Keine Probleme auf dem Markt

Wegen dieser Einlasskontrollen, die sich an Karneval bereits bewährt hätten, erwartet Polizeidirektor Helmut Lennartz dort „keine großen Probleme”. Der Einsatzschwerpunkt der Polizisten liege ebenso wie der der rund 20 Ordnungsamtsmitarbeiter bei der Kontrolle der Außengastronomie.

Und hier konzentriere sich die Polizei „auf die Bekämpfung der Gewaltkriminalität”, so Lennartz, „und zwar mit verdeckten und offenen Kräften.” Dabei werde man sich sogannter Betretungsverbote bedienen, „die wir an Ort und Stelle für drei Monate aussprechen können”, kündigt Lennartz an. Damit wolle man auch den Störenfrieden aus der rechten Szene begegnen, die zuletzt bei der EM 2008 vermehrt in der Pontstraße ihr Unwesen trieben. „Diese Personen haben wir speziell im Fokus.”

Deutschland-Spiel wird auf dem Markt gezeigt

Zum ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft am Sonntag gegen Australien (Anpfiff 20.30 Uhr) startet auch das Public Viewing auf dem Markt. Um 13.30 Uhr geht´s los mit dem Spiel Algerien gegen Slowenien. Um 16 Uhr folgt das Spiel Serbien gegen Ghana, bevor im Anschluss die deutsche Partie gezeigt wird.

Bei den beiden ersten Spielen wird der Markt frei zugänglich sein. Beim Spiel der deutschen Mannschaft wird es aus Sicherheitsgründen ab etwa 18 Uhr kontrollierte Zugänge geben.

Ab 19 Uhr gibt es auf der Bühne auf dem Markt diverse Talkrunden. Mit dabei sind unter anderem die Alemannen Manuel Junglas und Präsident Alfred Nachtsheim sowie Oberbürgermeister Marcel Philipp.
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