„Aachen Olé“ soll 2015 mit Heino zurück in die Soers

Von: Holger Richter
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30.000 Fans lockte das „Aachen Olé“-Festival am Samstag an. Foto: Andreas Steindl, Ralf Roeger
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Bis auf einige braune Stellen auf dem Rasen im Bereich des Fahrstadions erinnert in der Aachener Soers nicht mehr viel an das „Aachen Olé“-Festival. Foto: Andreas Steindl, Ralf Roeger
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Veranstalter Markus Krampe (rechts) würde 2015 gerne auf das Gelände des ALRV zurückkehren. Doch Vorstand Frank Kemperman will zunächst das Gespräch mit der Stadt suchen. Foto: Andreas Steindl
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Wenn mit der Buchung für „Aachen Olé“ 2015 alles klappt, dann steht er im kommenden Jahr auch auf der Bühne in der Soers: Heino. Foto: Stock/ Future Image

Aachen. Markus Krampe ist verschnupft. Allerdings nicht (mehr) wegen der Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen. „Ich habe mich bei der ,Ice Bucket Challenge‘ auf der Bühne offenbar erkältet“, erzählt der Konzertmanager zwei Tage nach der großen Schlager- und Partysause „Aachen Olé“ in der Soers.

Dort hatte er sich am Samstag getreu des derzeit populären Internetphänomens Eiswasser über den Kopf schütten lassen und anschließend unter anderem den Aachener Ordnungsdezernenten Lothar Barth aufgefordert, es ihm gleich zu tun. Denn mit ihm hatte Krampe im Vorfeld des Festivals so einige Sträuße ausgefochten.

Dabei ging es um Auflagen und Sicherheitskonzepte, die er nirgendwo anders erfüllen müsse, wie der „Veranstalter des Jahres 2013“ vor der dritten Auflage von „Aachen Olé“ kritisiert hatte. Daher hatte er zunächst einen Rückzug seiner Festivalreihe aus Aachen erwogen, um einige Tage später sogar mit einer Klage gegen die Stadt Aachen wegen Rufschädigung und Schadensersatz zu drohen.

Davon war am Montag freilich keine Rede mehr. „Ich hatte an eine Klage wegen Schadensersatz gedacht, wenn wir wegen des Streits im Vorfeld weniger Tickets verkaufen würden“, erklärt Markus Krampe, „aber wir haben ja eine Zahl von 30 000 Zuschauern erreicht, mir ist also kein Schaden entstanden.“ Und zur Klage wegen Rufschädigung, weil er sich aus Teilen der Aachener Stadtverwaltung als „Anfänger“ behandelt gefühlt habe, winkt er mit den Worten ab: „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“

„Wie in einer guten Ehe“

Vielmehr vergleicht er die Probleme zwischen ihm und der Stadt inzwischen mit einem Streit, „wie er in eine guten Ehe schon mal vorkommt“. Und deshalb wolle er auch nichts mehr von einer Scheidung wissen. „Ich hoffe, dass ich mich jetzt kurzfristig mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein einigen kann“, kündigt Krampe an. Geplant ist die vierte Auflage von „Aachen Olé“ für den 12. September 2015 – „wegen der Reit-EM etwas später als üblich“.

Der Vorstandsvorsitzende des ALRV, Frank Kemperman, will vor einer Vertragsunterzeichnung allerdings erst das Gespräch mit der Stadt Aachen suchen. Er selbst habe zwar bislang nie Probleme mit Krampe gehabt, aber angesichts der Meinungsverschiedenheiten, die es zwischen Veranstalter und Stadt gegeben habe, möchte sich Kemperman zunächst mit der Stadt abstimmen. „Was nutzt es“, fragt der Niederländer rhetorisch, „wenn ich mit Markus Krampe einen Vertrag abschließe und die Stadt genehmigt die Veranstaltung anschließend nicht?“

Eine Nachbesprechung des Festivals bei der Stadt steht unterdessen noch aus, teilt Stadtsprecher Hans Poth mit, auch weil der verantwortliche Dezernent Barth am Montag seinen Urlaub angetreten habe. Aber die Lehren aus dem Hickhack im Vorfeld, das zu einer Genehmigung des Festivals erst 51 Stunden vor dem Beginn geführt hatte, habe die Stadt gezogen, so Poth: „Beim nächsten Mal muss früher Klarheit herrschen.

Die Genehmigungen können nicht erst in der Woche vor dem Festival abgewickelt werden.“ Wenn also der Veranstalter im kommenden Jahr wiederkommen wolle, werde man früh das Gespräch mit ihm suchen. Denn auch das Festival am vergangenen Samstag „hat am Vormittag kurz auf der Kippe gestanden“, berichtet Poth und nennt eine noch nicht ausreichende Anzahl an Ordnern sowie noch nicht aufgestellte Sanitätszelte. Doch das wurde dann in Kooperation mit allen Beteiligten geregelt, indem man den Einlass einfach um eine Stunde nach hinten verlegte, so Poth.

Kurzfristige Evakuierung

Auch Veranstalter Markus Krampe berichtet von einer „guten Zusammenarbeit mit der Stadt während des Festivals“. Auch die kurzfristige Evakuierung während des Hagelschauers habe funktioniert. Ohnehin sei das Festival problemlos und sicher über die Bühne gegangen, „wie ich es vorhergesagt habe“, betont Krampe, der auch im Nachhinein die Anzahl von 220 Ordnern, die die Stadt gefordert habe, für zu hoch hält. „Im Laufe des Nachmittags haben wir in Absprache mit der Stadt sogar rund 30 Ordner wieder nach Hause schicken können“, sagt Krampe.

Aus städtischer Sicht stellt sich dies allerdings etwas anders dar: „Das Ordnungsamt hat am Nachmittag festgestellt, dass nicht mehr alle Ordner anwesend waren“, berichtet Poth. „Doch zu diesem Zeitpunkt waren nach unserer Schätzung keine 20 000 Zuschauer mehr auf dem Gelände. Und da hat man entschieden, dass es so weitergehen kann.“ Überhaupt gebe es in der Zusammenarbeit mit Krampe durchaus noch Verbesserungspotenzial. „Die Drohung mit einer Klage ist sicher nicht die beste Basis dafür“, sagt Hans Poth.

Immerhin, in einem Punkt sind sich Veranstalter, Stadt und ALRV einig: Nämlich, dass es denen, die da waren, Spaß gemacht hat. „Wir hatten fast ausschließlich positive Rückmeldungen von den Zuschauern“, sagt Krampe. Und deswegen würde er gerne wiederkommen am 12. September 2015. Dann hätte er neben DJ Ötzi und den Brings und anderen üblichen Verdächtigen auch Schlagerbarde Heino im Gepäck, kündigt Krampe an.

Und vielleicht hat Lothar Barth bis dahin auch die Herausforderung in der „Ice Bucket Challenge“ angenommen.

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